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Westentaschen-Sackbauer?Saturday, January 1. 2000
Zur Rede des einfachen Mitglieds der FPÖ kamen in die Jahn-Turnhalle in Ried im Innkreis nur 2000 Zuhörer. In Wirklichkeit hörten zig-mal so viele zu, als Haider einmal mehr verschiedene Staatsmänner, Medien, österreichische Politiker beleidigte. Das Publikum fungierte als Lachband - gelungener als der Villacher Fasching wars auf jeden Fall; was Österreichs internationale Zukunft betrifft, ist wohl die Zeit der Nervenstarken angebrochen.
Haider absolvierte die Pflichtübung wie gewohnt perfekt, die Nicht-mehr-Regierungsbeteiligung der SPÖ dafür verantwortlich zu machen, dass Österreich nun von seinen Partnern geächtet wird. Gleichzeitig übte er sich mit Aussagen wie, der französische Staatspräsident sei ein Westentaschen-Napoleon, im wohl endgültigen Verbauen der Chancen seiner Partei auf internationale Anerkennung. Wohl in Anspielung auf die, FP-Parolen ähnlichen, Aussagen Chiracs über Einwanderer, betonte Haider, dessen ausgestreckter Zeigefinger sei der eines Pinocchio. Überraschend wurde auch US-Präsident Clinton erheblich angegriffen. Haider meinte, Bill Clinton habe vor ihm, Haider, mehr Angst als vor seiner Ehefrau, und unterstrich, wie sehr ihn das überrasche. Auch Thomas Klestil wurde frontal attackiert. Vielleicht in Anspielung auf einen Deix-Cartoon über Haider bemerkte dieser in derben Worten, es sei für ihn nicht akzeptabel, mit welcher Miene Klestil die Regierung angelobt habe, und weiters: Was der Volksmund schon sagt: Der Waldheim hat nicht ins Ausland können, aber der Klestil kann nicht mehr ins Inland, weil die Leute es nicht mehr akzeptieren, wie er sich gegenüber Österreich verhält. Aus den zusammenhängenden Bemerkungen Haiders ist zu schliessen, dass es sich bei dem erwähnten um den österreichischen Volksmund handeln soll. Offenbar um den Widerspruch zwischen dem Bemühen anderer und dem eigenen Verhalten originell herauszustreichen, meinte Haider, die SPÖ wolle mit ihren Initiativen, Österreich bei der EU wieder als Gesprächspartner zu etablieren, zwar löschen, aber wenn sie den Mund aufmachen, zünden sie den Brand wieder an. SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer sei ein Gruselbauer, Viktor Klima eine bei Finsternis verschreckt abschwirrende Fledermaus. Zwei interessante Vorstöße waren ebenfalls zu hören: Zum einen betonte Haider wortstark, er beabsichtige in einer FP-geführten Regierung Kanzler zu werden, zum anderen setzte er ein erstes Zeichen der von verschiedenen EU-Staatsleuten vermuteten Abkehr von demokratischen Prinzipien, indem er vermeldete, dass jene Medienleute, die nun berichten, die Regierung sei eine Schande für Österreich, vor dem Gang um die Presseförderung bedenken sollen, dass man die Hand nicht beissen sollte, die einen füttert. Nach diesen Worten Haiders bleibt nun die Frage aufrecht, wie unter FP-Führung eine Rückkehr der Republik in die normalen EU-Abläufe vonstatten gehen soll bzw. ob sie jemals möglich sein wird. Bundespräsident Klestils diplomatische Visite bei der EU-Kommission ist augenscheinlich mehr als relativiert, ebenso wie die bisher konsequente Annäherung der gesamten Bundesregierung an Europa. Es bleibt abzuwarten, wie die an der Regierung beteiligten FP-Politiker auf weitere zu erwartende internationale Anwürfe Haiders reagieren werden. Dieser Artikel stammt aus dem Streßnetz und wurde automatisch importiert. Exklusiv: Der Klestil-BriefSaturday, January 1. 2000
Exklusiv im Stresscamp ist zu lesen, was Bundespräsident Thomas Klestil an EU-Ratspräsidenten António Guterres wirklich geschrieben hat - erstmals in voller Länge! Die in der Presse veröffentlichten Passagen sind hier fett hervorgehoben. Den Rest kannten bisher nur Klestil und Guterres.
Sehr geehrter Herr Ratspräsident der Europäischen Union! In meiner Funktion als Staatsoberhaupt der Republik Österreich fand ich es ausgesprochen tief betroffen machend, in welcher Art und Weise von Seiten der EU nun gegen Österreich vorgegangen wurde: Einseitig und ohne die sonst üblichen Konsultationen im Rahmen der sportlichen Betätigungen, wie noch im letzten Herbst beim politischen Golfturnier in Bad Steigenberg, haben die EU-Staatschefs bilaterale Maßnahmen über uns verhängt. Dass das nicht in Ordnung ist, darauf muss ich dich ja nicht extra hinweisen. Ganz im Gegenteil: Es widerspricht eindeutig dem EG-Vertrag und den approbierten EU-Vorgangsweisen sowie dem, was wir erst letzten Oktober in entspannter Atmosphäre ausgehandelt haben. Es ist schockierend, dass diese Maßnahmen nicht nur die österreichische Regierung und die Bevölkerung treffen, sondern auch viele Schüler und die Außenamtsmitarbeiter und Angehörige der Präsdentschaftskanzlei. Es entsetzt mich gerade der Umstand, dass ausgerechnet solche Völker nun gegeneinander anstreiten, deren Staatsoberhäupter doch sonst so freundschaftlich beisammensitzen und auch miteinander durchaus einmal das eine oder andere Auge zudrücken können. Ferner - und das erscheint mir besonders bedenklich - kam es in einzelnen EU-Ländern auch zu Boykottmaßnahmen, die weit über das von den 14 anderen Mitgliedern vereinbarte Maß hinausgingen und die auch zu Vorfällen führten, wie etwa der Beschimpfung durch Brüsseler Taxifahrer oder die Verweigerung bestimmter, bisher allgemein üblicher Praktiken durch belgische Sekretärinnen. Hiermit protestiere ich im Namen der Republik Österreich gegen diese ungerechten und überzogenen Maßnahmen und fordere deren sofortige Aussetzung, genau wie wir letztes Jahr während des informellen Treffens mit den diversen Aussetzern nach den Heurigenbesuchen ja auch kein Problem hatten. Als besonders ungerecht empfinde ich es, dass beim letztwöchigen Verkehrssicherheitstreffen in Madrid den Teilnehmern österreichischer Delegationen in einer Art Sanktionswettlauf nicht einmal mehr die weiblichen Gesellschafterinnen aufs Hotelzimmer geschickt wurden. Ich möchte nicht drohen, aber wenn das so weitergeht, kann ich nicht mehr dafür einstehen, dass dir, wie es in den letzten Jahren ein liebgewordener Brauch war, die von dir auf dem alljährlichen Forum Alpbach bisher so geschätzten Schwestern Pipi und Lulu weiterhin zur Verfügung stehen können. Selbst ob der von dir doch als "stramm" bezeichnete Karli sich nicht künftig weigern wird, dir seine "Konsultationsbesuche" abzustatten, sei dahingestellt. Der Bundespräsident der Republik Österreich Dr. Thomas Klestil Mitarbeit: Robert Sauermann Dieser Artikel stammt aus dem Streßnetz und wurde automatisch importiert. Klima, Rudas, Klestil - Was wurde aus ihnen?Saturday, January 1. 2000
Die Älteren unter den werten Lesern werden sich noch erinnern: Es gab eine Zeit, da stellte die SPÖ in Österreich sogar den Bundeskanzler. Einer, der dieses Amt innehatte, ist Viktor Klima. Schon bald nach Bildung einer neuen schwarzblauen Regierung wurde er vom Bundespräsidenten seines Amts enthoben, obwohl anfängliche Pläne vorsahen, ihn still und heimlich im Amt zu belassen. Wie erst vor kurzem bekannt wurde, hätte der Bundespräsident die Amtsenthebungsformel ziemlich undeutlich und leise dahinnuscheln sollen und eben pro forma irgend einen anderen Politiker seines Amts entheben. Der ehrgeizige Plan scheiterte allein daran, dass es niemanden zum Entheben gab - die gesamte Bundesregierung war ja bereits enthoben, die neue war noch nicht im Amt, und Freiwillige fanden sich nicht. Der schlechten Tagesverfassung Bundespräsident Klestils ist es auch anzulasten, dass er nicht auf die naheliegende Idee kam, sich kurzerhand selbst aus dem Amt zu entlassen. Klestil (der eben erst eine Wette gegen Hans Dichand verloren hatte und sich in arger Geldnot befand) hatte bis fünf Uhr früh in der Pizzeria Garibaldi, Wien 5, Pizza gebacken. Kein Wunder, dass er zu Mittag bei der Angelobung der neuen Bundesregierung noch nicht fit war.
So konnte Klestil nicht anders, als Klima zu entlassen. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte des Viktor Klima. Gleichzeitig beschritt er zwei Karrieren, beide als Filmschauspieler. Bei einer Pressekonferenz Mitte Februar 2000 gab er bekannt, ab sofort Woody Allen zu sein. Auf derselben Pressekonferenz gab er zusätzlich bekannt, Groucho Marx zu sein. Dazu malte er sich einen Bart auf, steckte sich eine Zigarre an und setzte sich eine dicke Hornbrille auf - so kennt man ihn heute. In einem Film hat er nie mitgewirkt, aber das tut ja Groucho Marx auch nicht mehr. Freilich schadeten diese Ambitionen seiner Karriere als Ehrensicherheitssprecher der Vereinten Nationen. Besonders die Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika waren von Klimas Auftreten nicht angetan. Sie stellten sofort alle Zahlungen an die UNO ein. Nach dem Magna-Konkurs stand schließlich Andreas Rudas, ein alter Bekannter Klimas, plötzlich auf der Straße. Eines Tages betrat er das Café Griensteidl, wo Klima gerade Kostproben aus seinen Repertoires gab. Rudas erkannte seinen ehemaligen Brötchengeber sofort wieder und stieg in alter Gewohnheit aufs Podest, auf dem Klima gerade die berühmte Schiffskabinenszene aus "A night at the opera" gab. Sofort begann er, wie in alten Zeiten, Klima zu soufflieren. War das eine Freude! Die beiden versicherten einander, dass sie sich nie wieder verlassen würden. Dann schworen sich Blutsbrüderschaft, begaben sie sich in die nahegelegene Pizzeria Garibaldi, Wien 5, und bestellten zwei Pizze Garibaldi. Doch was hatte der Koch verbrochen! Das Spiegelei rann über den Teller, bekleckerte Tischtuch und Finger, der Teig war am Rand nicht durch und in der Mitte verbrannt, und die Sardellen machten einen mehr als zweifelhaften Eindruck. Klima und Rudas gingen sich beim Koch beschweren - mit abgebrochenen Stuhlbeinen bewaffnet. Aber wen trafen sie beim Pizzaofen? Thomas Klestil! Vor Tränen blind walkte er den Pizzateig; das Mehl stob auf den Boden, die Zwiebeln klebten ihm, viel zu grob gehackt, auf der Schürze, und statt der ihm einst in Rudeln freudig auf die Schulter klopfenden Hände lagen nun Artischocken auf seinen Schultern. Was waren Klima und Rudas erstaunt! Dann trösteten sie den alten Freund spontan. Noch am selben Abend jener dieser den undankbaren Job als Präsident hin und nannte sich fortan "Zapp Zapp the Evil Chicken" - unter diesem Namen ist er als Wiener Original heute weithin bekannt. Ja, liebe Leser, so kam es. Unsere drei Freunde leben heute im Untergrund und überraschen immer wieder durch seltsame Performances an unüblichen Orten. Wer Woody/Groucho, Andreas und Zapp Zapp the Evil Chicken live sehen will: Zirka alle zwei Wochen kreuzen die drei bei Heide Schmidt auf und fressen den Kühlschrank leer. (Artikel für cycamp.at) Dieser Artikel stammt aus dem Streßnetz und wurde automatisch importiert. Serbien: Der Machtkampf geht weiterSaturday, January 1. 2000
Jugoslawien hat nach langem Ringen einen neuen Präsidenten, doch noch immer stellt die Milosevic-Partei die Mehrheit im serbischen Parlament. Obwohl gemeinhin niemand bezweifelt, dass die Machtübernahme der DOS (Demokratische Opposition Serbiens) Kostunicas auch in diesem Organ bevorsteht, möchten wir einen Blick auf die bunte politische Landschaft vor den jugoslawischen Parlamentswahlen werfen.
Im Hinblick auf das Verlassen der Oppositionsbank hat Kostunica bereits angekündigt, seine DOS-Partei in WINDOWS (Weltweite internationale demokratische Organisation westlicher Serben) umzubenennen. Auch die sozialistische Partei Milosevics (SPS) wird rechtzeitig vor den Parlamentswahlen LINUKS (Linke Ultrakonservativisten Serbiens) heißen. Die politisch noch immer tätige Gattin des Ex-Präsidenten zieht mit und verkauft ihre JUL-Partei in Zukunft als MVS (Milosevics vereintes Serbien), womit sie auf zähen Widerstand von Seiten der anderen Linksgruppierungen OS/400 (Opposition Serbiens / Liste 400), früher als VSE (Vereinte Serbische Elite) bekannt, und BS 2000 (Befreiung Serbiens 2000) stoßen dürfte. Neue Impulse erwartet man sich von der WAP (Wehrhafte Albaner-Partei), die bereits Märsche auf die Hauptstadt angekündigt hat, bei welchen Zusammenstöße mit der ultrarechten Gruppierung ASP (All-serbische Partei) befürchtet werden. Welche Rolle die erst kürzlich gegründete SAP (Serbisch-albanische Partei) spielen wird, ist noch unklar. Fest steht, dass es zu einem Machtkampf zwischen den charismatischen Anführern der IE (Immerwährende Einheit) und NETSKAPE (Nationale Erhebung treuer serbische Krieger aller Parteien für die Einheit) kommen wird. Auch Montenegro versagt Kostunica die Unterstützung: Wenn die Teilrepublik die Wahlen nicht überhaupt boykottiert, dann ist ein klarer Sieg des Los-von-Serbien-Wahlbündnisses GSM (Gänzliche Separation Montenegros) bzw. dessen Nachfolgepartei UMTS (Ultimative montenegrinische Trennung von Serbien) zu erwarten, welches die im montenegrinischen Parlament die absolute Mehrheit stellenden Fraktionen HTML (Heimattreue Montenegrinische Liste), XML (Extreme Montenegrinische Liste) sowie VRML (Verdammt rechte Montenegrinische Liste) unter einem Dach vereint. Der serbientreue BASIK (Bund für albanisch-serbische internationale Kooperation) hingegen dürfte stark an Wählergunst verlieren. Entgegen anderslautenden politischen Kommentaren der letzten Zeit existieren neben den genannten vorwiegend nationalistischen Gruppierungen auch andere wie die PHP (Progressiv-heimatliche Patrioten), PERL (Pan-europäische Retter des Landes), KOBOL (Kongress ordentlicher Bürger für ein offenes Land) und ADSL (Angewandte Demokratie serbischer Liberaler), welche aber insgesamt weit unter 10% der Parlamentssitze bleiben dürften. Dieser Artikel stammt aus dem Streßnetz und wurde automatisch importiert. Futter für die KrafthoseSaturday, January 1. 2000
"Die Lage der SPÖ ist eine ernste, aber eine realistische."
Der neue SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer ließ mit solchen Interviewaussagen hoffen: Endlich wieder einer, der kräftige, frische, gewagte Worte spricht, wie es sie seit Sinowatz nicht mehr gegeben hat! Auf dem SPÖ-Parteitag Anfang Mai setzte er dann schließlich nach mit der ultimativen Top-Aussage der Saison: Er forderte von der Regierung "Runter mit den rhetorischen Krafthosen!" Welch ein Wort! Sofort erhielten wir Leserzuschriften wie diese von G. Pollak: Was sind Krafthosen? Kräftige Hosen? Erinnert mich an die Serie Der Junge mit den Goldhosen. Machma draus Der Alte mit den Krafthosen! Und wer soll die anhaben? Der Schüssel? Und der Gusenbauer will sie ihm ausziehen? So schaut er aus. Was er allerdings nicht bedenkt, ist, daß der Schüssel dann ganz schwach wird (Krafthosen) und das kann natürlich ein gewisses Problem darstellen. Wie bei Samson, dem Delilah die 100.- für den Frisör erspart hat, wird er ganz schwach werden - zu schwach, um sich noch irgendwie zu bewegen. (es folgen absurde sexuelle Anspielungen) Glaubt er, daß er dann den Haider abschütteln kann vorne? Halt ich für ein Gerücht - nie im Leben funktioniert das! Lieber Herr Pollak, man muss ja nicht gleich großartige Verschwörungstheorien aufstellen. Lieber stellen wir eine Liste mit den Aussprüchen auf, die wir von Herrn Gusenbauer in logischer Folgerung nun erwarten:
Jetzt aber hurtig, Herr Gusenbauer, rhetoric force jeans on! Dieser Artikel stammt aus dem Streßnetz und wurde automatisch importiert.
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