Thursday, January 10. 2002
Jänner: Falco äußert sich in einem seiner letzten Gespräche mit Bürgern der Dominikanischen Republik unmißverständlich: Nein, danke!
Februar: Hofbaumeister Richard Richard Lugner emotionell! Auf einer privaten Veranstaltung meint der ansonsten als besonnen bekannte Ehemann und Vater, daß er demnächst aufs Klo gehen werde, beschwichtigt jedoch sofort: Bin gleich wieder da.
März: Der künftige Fußballweltmeister intim: Gleich mehrere Teammitglieder der französischen Nationalelf kaufen binnen dreier Wochen bei derselben Supermarktkette Toilettenpapier einer bekannten Billigmarke. Begründung: Nicht teuer. Allzumenschlich?
April: Bundespräsident Klestil auf Wienbesuch, das Programm: Aufstehen, duschen, arbeiten, essen gehen. Erst zu Jahresende werden diese Fakten publik - da denkt er aber schon ans Heiraten.
Mai: Hochzeitsglocken! In der Steiermark heiraten männliche und weibliche Menschen. Das entspricht in Summe fast über 100% der steirischen Gesamtbevölkerung. Rekord?
Juni: Ö3 feiert in Wien-Heiligenstadt die 1000. Verkehrsfunkmeldung Keine Behinderungen auf Österreichs Straßen. Wir wünschen weiterhin gute Fahrt.
Juli: Die Schräglage des Neusiedlersees erreicht ihren Tiefpunkt. Mathematiker sprechen rätselhaft von f(x)=1,5.
August: Ein Bericht um die Gründung des unabhängigen Staates Pikanter Krautsalat 500g erweist sich als Falschmeldung. Das Streßnetz war unter denjenigen Medien, die aus Zweifel über diese Sensation die Meldung nicht gebracht hatten. Schulterklopfen.
September: Kurios! Heinz Paltl marschiert vom Westbahnhof zum Virgin in der Mariahilfer Straße. Ungewöhnlich dabei: Er nimmt einen Umweg über die Matrosengasse.
Oktober: Studenten, die vor der Hauptuni für einen besseren Frieden demonstrieren, werden nicht zur Kenntnis genommen. Schönes Demokratieverständnis, armes Österreich!
November: John Lennon bleibt unweigerlich tot; auch ein überraschend angekündigter Live-Chat mit Paul McCartney im Internet kann daran nichts ändern. Millionen Fans enttäuscht: Dauernd hat er nur von vegetarischem Quatsch geredet.
Dezember: Es muß nicht immer Sterk sein: Petra Hillinger schreibt im Kurier vom 19.12. über Weihnachten: Sagen Sie Ich liebe dich in ein Sackerl, binden Sie es fest zu, überreichen Sie es feierlich Ihrem Lieblingsmenschen, ... denn Weihnachten ist allgemein nicht behaglich, sondern haglich ... Und ich finde Weihnachten auch nicht lustig. Einmal war es mir so unlustig, daß ich den Christbaum einer Schlachtung mit dem Küchenmesser zuführte ... Weihnachten ist die Zeit, in der aus dem zittrigen Sulz Leben feste Probleme an die Oberfläche wandern. Vielleicht heißt es deshalb Weihnachtsfest. ... Ich denke zu Weihnachten viel an Geliebte, die es unterm Jahr schon schwer haben. Ich denke an menstruierende Bipa-Verkäuferinnen mit Mundgeruch ... Wir hatten all die Jahre einen in unserer Mitte, der das Stille Nacht so bemerkenswert intonierte, daß die Katze akkurat bei schlafe in himmlischer Ruuuhuu unter den Kasten floh. Aber die Katze ist auch schon gestorben. - Sterk, sei wachsam! Naht Ablöse?
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Thursday, January 10. 2002
Was tut der normale Streßmensch, um sich prächtig zu unterhalten? - Er geht in ein Kino, wo grad Lolita rennt oder zieht sich Private Ryan. Doch es gibt tatsächlich Streßtypen, die lieber dreidimensionale geometrische Figuren, transparent oder blickdicht, auf jeden Fall aber innen hohl, in die Gegend stellen. Und gleich mehrere Hundert Meter hoch. Frühere Päpste waren solche, und Frank Stronach ist auch so einer. Nichts tut er lieber, als nachts Pläne für noch größere Kugeln und noch transparentere Schaufabriken zu zeichnen und diese dann am Tag sich selbst zur Begutachtung vorzulegen. Denn Frank ist sein eigener Vorgesetzter, und Frank hat viel, viel Geld; das unterscheidet ihn von anderen Leuten, die Kugeln in ihren Köpfen haben (vgl. Max Goldt).
Die Gemeinde Wien hat die gesamten 70er und zwei Drittel der 80er Jahre von Kugeln geträumt, und die Pläne trabten hoch. Doch wer den Michaelerplatz kennt, weiß, was dabei herauskommt, wenn man große Pläne, aber kleine Kassen hat, nämlich lächerliche 40-cm-Kugeln, ursprünglich Erlebnisparks, nunmehr schofel Poller genannt. Stronach plant in anderen Dimensionen. Unter 150 Metern läuft bei ihm gar nichts. Supi ist das, nur daß er leider ca. 8 Millionen Neider hat, die die Umsetzung seiner Ideen sabotieren: Sie wollen die Kugeln und Kegel, ja sogar die unterirdische Pyramide am Semmering kleiner haben; Stronach soll am besten die oberen 130 Meter weglassen. Schön sähe das aus!
Die kleinlichen Streitereien nehmen auch bei Stronachs Lieblingsprojekt, dem transparenten Fußballstadion in der Krieau, kein Ende. Dort will er nämlich seine private Euroliga spielen lassen, wobei jedoch Kritiker einwenden, daß das gar keine richtige Liga wäre, denn Stronach würde die Spieler einfach zusammenkaufen, und das könne ja jeder. Stimmt gar nicht! Der LASK z.B. kann sich nicht einmal mehr einen Präsidenten leisten.
Aus diesen Gründen hat Stronach immer mehrere Projekte gleichzeitig am laufen. So zum Beispiel die Erlebnistoilette am Schottentor: Alle Wände transparent, versteht sich, und nachmittags gibts dort Dichterlesungen. Oder die Speisewagen in der U6: Durchsichtige Fenster an den Seitenwänden ermöglichen den freien Blick auf sämtliche Gürtelattraktionen. Oder die Alpen-Erlebniswelt im Marchfeld, wo der Milliardär kilometerhohe künstliche Berge aufschütten lassen wird.
Aber zuallererst muß Stronach sein Projekt Nummer eins verwirklichen: Ein künstliches Land im Pazifik (geplanter Name: Erlebniswelt Stronachreich; gegen Frankreich kamen zu viele Einwände), wo eine mehrere hunderttausend Quadratmeter große Insel hineinbetoniert wird, von der aus exklusiv Flugzeuge nach Ebreichsdorf starten sollen - alle fünf Minuten, besser als die Wiener Flughafenschnellbahn. Und selbstverständlich umgeben von sündteurem volltransparentem Wasser.
Was der Mann für Ideen hat.
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Thursday, January 10. 2002
Ja, die Heide Schmidt, die hat was! Sie muß auch einmal gelobt werden. Gerade jetzt, wo alle Frauen, die nicht eh schon den Klestil wählen, anfangen, sich's urmörder auf die Knoll zu stehen, nur weil die so irrsinnig auf Kuschelrock macht, muß man doch die Vorzüge der liberalen Kandidatin hervorheben. Man braucht sie ja nur mit den anderen zu vergleichen.
Superintendentin Knoll übt zwar quasi das gleiche Amt aus wie Mister L, der Vorgesetzte von Clever&Smart (im Original heißt Mister L el superintendente), jedoch ihr Schmusewahlspruch Mehr Menschlichkeit in die Politik ist doch eigentlich genauso Quatsch wie Mehr Liebe in den Boxring ... neinneinnein, so geht das nicht!
Klestil wiederum führt einen Wahlkampf, der so läuft wie seine letzten vier Amtsjahre: Man merkt einfach nichts. Weder Menschlichkeit noch Unmenschlichkeit - gar nichts! Abgesehen natürlich von seiner Pensionistenbrigade, die für ihn hemmungslos rabiaten Nonsens daherpalavert. Nicht das Wahre.
Der Nowak ist zwar auf den ersten Blick eine ganz amüsante Erscheinung, aber seine Zugehörigkeit zum hochverrückten Parteichen der Neutralen stellt seine Amtskompetenz doch sehr in Frage, denn: Nicht nur sind seine rechtsextremen Kontakte in den Medien bekanntgemacht worden, seine Partei hat auch noch Sachen im Programm wie (wörtlich und authentisch):
Das Verhalten der Jugend, älteren Menschen gegenüber, muß grundlegend geändert werden. Alle Schulen und Erziehungsberechtigten haben ihren Zöglingen beizubringen, daß man sich älteren Menschen gegenüber zuvorkommend und hilfsbereit zu benehmen hat! Sie haben älteren Menschen prinzipiell Platz zu machen, Türen offen zu halten, sich nicht vorzudrängen, sie vorausgehen zu lassen und sich nicht in Gespräche einzumischen.
... Stammtischkonservativismus für Pensionisten. Nowak - erledigt.
Nun zu Lugner. Eigentlich paßt an ihm ja alles. Er ist wahnsinnig drollig, hätte als Bundespräsident unter anderen Staatsoberhäuptern garantiert den höchsten Wiedererkennungswert. Er antwortet auf Fragen wie Was qualifiziert Sie Ihrer Meinung nach für das Amt des Bundespräsidenten? mit Antworten wie Ich bin katholisch. Jedoch besteht, wie gewöhnlich doch recht gut informierte Kreise befürchten, die Gefahr, daß er zu Ehefrau Mausis Marionette wird - ein Schattenzimmerkuchlkabinett. Das sollte man Österreich doch noch nicht zumuten.
Die Heide Schmidt aber hat alle Sympathien des Streßnetzes. Und zwar allein schon aus einem einzigen, überwältigenden Grund: Ihr Spruch Sicht und Umsicht ist so genial, daß wir fast drauf neidisch sind. Besser wäre nur gewesen: Sinn und Sinnlichkeit. Aber das gibt's ja schon irgendwo.
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Thursday, January 10. 2002
Albaner! Albaner!Sie sind schon überall! Gott schütze Österreich!Tirana - Es ist verheerend! Wohin man in dieser Stadt blickt, nichts als Albaner! Sie bevölkern ganze Häuser, gar Straßenzüge! Bei diesem Getümmel ist es kein Wunder, daß sich kein einziger fleißiger und anständiger Österreicher blicken läßt.Wohin soll das führen? Experten befürchten Schlimmes und mahnen: Albanien darf kein Medien-Österreich werden! - Fortsetzung in der Kronenzeitung 1 Jahr Streßnetz Wir schreiben 1996, Frühjahr 1996. Das häufigste Auto auf den Straßen ist der VW Golf. Im Radio hört man REM, Oasis, Laura Pausini, Pet Shop Boys. Im Fernsehen sieht man Vera, am Abend die Zeit im Bild, oder man vergnügt sich mit einem der zahlreichen deutschen Privatsender - denn österreichisches Privatfernsehen gibt es noch nicht.In der Sickenberggasse in Wien lümmeln in jenen Tagen zwei junge Leute in einer verrauchten Bude herum. Der eine hat kurze Haare, der andere längere, und sie finden das in Ordnung so. Die beiden fragen sich, mit was für einem Produkt man in einer Zeit wie der ihren Aufsehen erregen könnte.Die zwei legen sehr viel Geld und Einlagesachen zusammen und gründen die Bratgutbeschwerer Franz Helmann OHG. Jedoch auf der Behörde folgt der Rückschlag: Keiner von ihnen heißt Helmann, und schon gar keiner Franz. Aus der Traum vom weltumspannenden Handel mit Bratgutbeschwerern, geplatzt wie eine überfüllte Seifenblase.Schließlich eine weitere Idee: Sie kündigen bei ihren Arbeitgebern und planen, Seminare für Brainstorming abzuhalten. Das Ganze übersetzen sie mit Hirnsausen. Der Andrang ist dann allerdings so groß, daß sie sich nach Madrid absetzen.Doch bei jenem unserer Freunde, der die kurzen Haare hat, klingelt es. Schließlich erzählt er seinem Treueberater von der Allgemeinen Fürsorglichen von seiner Idee. Dieser hält nichts davon, doch unser sympathischer Kollege läßt nicht locker und ruft seinen Kompagnon mit den längeren Haaren an: Erstens: Du läßt dir die Haare schneiden, zweitens: ich laß sie mir wachsen, drittens: Wir machen unsere Hirnsausenseminare im Internet!So geschah es; die zwei Freunde sind Christian und Matto, und das haben sie zu verantworten: (...)
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Thursday, January 10. 2002
Da haben wir's: 1997. Das Jahr der Bestleistung Nun stehen wir also vor einem neuen Jahr. Wer braucht es eigentlich? 1996 war doch echt schön. Und so rund, so angenehm zu schreiben, so ... hmm! Und aaah. Schmatz, schnurr, schwelg! - Aber halt! Eines war 1996 nicht, und zwar war es kein Jahr der Bestleistungen. Das häufigste Wort in den Medien 1996 war Sparpaket. Das Wort des Jahres 1997 wird Bestleistung. Denn Bestleistungen wird es heuer in allen Bereichen geben.
Müssen wir etwas Sinnvolles tun? Wir können uns vornehmen, was die Initiative für einen besseren Frieden schon für 1994 empfohlen hat. Das wäre eine Bestleistung.
Oder wir shmooven weiter, denn es gibt auch heuer wieder Gelgenheiten galore, ganz tonsa surreal zu sein. Zum Beispiel auf dem zweiten Zapatistenfest - nun gibt es auch eine Reaktion aus Chiapas auf unser erstes. Das zweite wird wahrscheinlich im März stattfinden und eine Bestleistung.
In puncto Festln soll die AG ja auch schon etwas planen ... wir werden sehen, ob wir wieder so titeln müssen wie in Nr.16 vom 15.10.: An alle Überlebenden des WU-Fests! Diesmal war es härter als Simmering-Kapfenberg und Wahlkampf im Gemeindebau. Für heuer bitte eine Besserleistung, aber wir wissen ohnehin schon: Es wird eine Bestleistung.
Den Freunden der Reiseberichte im Streßnetz (siehe Hauptmenü) sei gesagt, daß Christian und ich uns heuer gleich einmal auf die Kanarischen Inseln (Gran Canaria) begeben werden (ab 4.1.), um dort vor Ort beinhart zu recherchieren. Diesmal hilft uns Uschi; sie wird dann bei Erscheinen des Berichts vorgestellt. Es sei verraten, daß sie die inkarnierte Bestleistung ist.
Auch ein neues Streßfest wird es geben. Was das wohl wird ...?
Was sonst noch so 1997 geschehen wird, könnt ihr natürlich auch heuer alle 2-5 Wochen an dieser Stelle nachlesen. Nun, wo ihr hochmotiviert für Bestleistungen seid, entlassen wir euch ins 1997 mit einem unvermeidlichen
Prosit Neujahr!
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