Regierungskrise hin und her, Koalition 226 aus die Maus ... das kennen wir doch!
Als vor drei Jahren matto.at noch im Wurschtkessel der Mediengeschichte schwamm, gab es bereits das Online-Studentenmedium
cycamp, bei dem ebenso schillernde wie hochdubiose Gestalten wie seb[astian Paulick], walrus oder matto ihren Senf abgaben. Hier aus aktuellem politischen Anlass ein kleiner Rückblick auf damals - Auszüge aus Artikeln von Ende 99 bis Anfang 2000:
Sebastian Paulick: Warum nicht gleich?
Was haben sie bewegt, die Kaffeerunden der Parteien in den letzten acht Wochen?
Die SPÖ will weiter regieren, und zwar unbedingt mit der ÖVP. Sie hat ein Reformpapier vorgelegt, das ein wahrer Nikolo-Sack voll von Zugeständnissen an die ÖVP ist; sogar die Neutralität wurde darin vergessen.
Die ÖVP hingegen scheint vielleicht einer Reform der Wirtschaftskammer nicht mehr so abgeneigt zu sein wie noch vor kurzem, ist ansonsten ihrer Position 226 einschließlich ihrer Unschlüssigkeit in bezug auf eine Regierungsbeteiligung 226 aber treu geblieben: sie will wohl ein bißchen
lieber mit der FPÖ (und Schüssel als Kanzler) regieren als ihre Rolle als ewiger Zweiter fortzusetzen, und hat deshalb über den Inhalt des für sie gepackten Nikolo-Sackerls nur gemotschkert. Sie weiß aber, daß Thomas Klestil ihr diese Freude nicht machen wird, um nicht als jener Mann zu gelten, der die FPÖ in die Regierung hob.
Seb hat Klestil damals einfach nicht genug zugetraut.
Beachtenswert auch das erste Posting in einer langen Liste von Kommentaren:
Geposted am 1999-12-07 17:51:23 von Küchenschef
Titel:Kaffeerunde
Café à la Cycamp: 20 cl Rum, 1 Tasse Kaffee (lauwarm), 1/8 l offene Milch von gestern, alles mischen, aber die Milch vorher weglassen, Zucker rein, nicht umrühren, voilà.
Walter Matto Augustin: Regierungsverhandlungen gescheitert!
13 Jahre hat die rot-schwarze Koalition nun gedauert, jetzt ist sie zuende. Die Sozialdemokraten wollten um 3.00 früh nicht mehr weiterverhandeln. [...]
Finanzmininister Edlinger hatte sich zuvor so ausgedrückt: I würd eher an Hund auf mei Wurscht aufpassen lossen ois die ÖVP aufs Göd der Steuerzahler.
Und auch hier ein wunderbares Posting:
Geposted am 2000-01-21 08:58:25 von fritz franzki
Titel:sollen uns doch am oasch lecken!
jetzt erst wird es interessant!?
mal schauen was nun am plan steht! wir werden je sehen!
Am 28.1.2000 stand schon fest, wohin es sich entwickelt:
Georg Ikschy: Kein Mißtrauens-Vorschuß!
[...] Das Ergebnis der Wahl im Oktober ist zu akzeptieren - warum soll die FPÖ nicht zeigen können, was sie wirklich kann? Als Oppositionspartei war es leicht, laut zu schreien, ohne jegliche staatliche Verantwortung tragen zu müssen. Jetzt soll die FPÖ zeigen, ob sie sich als Regierungspartei behaupten kann. Es wäre nur fair, eine FPÖ-ÖVP-Regierung erst dann zu beurteilen, wenn sie Ergebnisse erzielt hat. [...]
Zu hoffen bleibt schließlich noch, daß bei der Regierungsbildung nicht nur auf stramme ParteisoldatInnen, sondern auch auf QuereinsteigerInnen zurückgegriffen wird. [...]
Mögen wir daraus lernen.
Matto
at
11:46