Weil wieder einmal "The Net" läuft - der Sandra-Bullock-Film, der die total verrückte Web-0.9-Zeit von 1995 porträtiert, in der webmäßig alles und nichts möglich zu sein schien, muss ich endlich einmal festhalten: Diese Notebooks, mit denen man wie Sandra am Strand saß und im prallen Sonnenschein arbeiten konnte, will ich wieder haben! Blanker Zynismus? Eigentlich nicht ganz: Mit den alten LCD-SW-Bildschirmen ging das wirklich. Deshalb erkennt man ja bei Sonnenschein auch, was auf den SW-Handys steht, während man sich mit den neueren Modellen in Hauseingänge drücken muss.
Was gibts Schöneres, als beim Programmieren oder Angeboteschreiben im Garten zu sitzen? Die Idealvorstellung des Bildschirmarbeiters! Checken wir einmal, was dafür vorauszusetzen ist: Erstens: Selbstständigkeit. Seit ich gehört habe, dass ein namhaftes österreichisches Unternehmen den EDV-Mitarbeitern vorschreibt, sich auf den Gängen "schnell" zu bewegen, habe ich keinerlei Hoffnungen mehr, dass es vernünftig geführte EDV-Firmen mit derartigen Freiräumen gibt.
Zweitens: Funknetz! Ohne Netz geht sowieso nix (von Patiencelegen und MP3s ordnen vielleicht abgesehen). Deshalb am besten eine teure "Mobiles Breitband"-Karte odgl. kaufen. Ach ja, genau, "Breitband" heißt im Zusammenhang mit Funkübertragung was anderes als bei Kabelverbindungen ...
Drittens: Funkstrom! Oder zumindest einen vernünftigen Akku. Mein letztes Thinkpad war nicht schlecht: Mit zwei Akkuziegeln à 1,5 kg hält es noch heute vier Stunden durch. Leider halte ich die 5 Kilo Thinkpad mit Windows 98 nicht mehr auf Dauer durch. Das neuere Thinkpad hat die gleiche Akkuleistung mit insgesamt unter zwei Kilo. Leider sind die Verwandten und Bekannten, die mit CDs und DVDs wacheln, aber immer maßlos enttäuscht, denn das Ding spart Kilo auf Kosten des DVD-Laufwerks.
Viertens: 15 Sonnenschirme, weil man sonst auf dem Bildschirm nichts erkennen kann.
Übrigens konnten die Designer meines Thinkpad X31 nicht auf die schwarze Tastatur verzichten, die im prallen Sonnenlicht augenschonend, bei Dämmerung aber unlesbar ist. Deshalb haben sie ein "ThinkLight" links oben im Deckel montiert: eine kleine Lampe. In Analogie dazu fordere ich nun die über dem Bildschirm eingebaute Rollmarkise ("ThinkShade").
Ich persönlich ziehe ja das Heimbüro (ca. 4 m², aber Klimaelefant) vor. Da lauert noch der gemeine Switch mit seinen Allüren, aber das hab ich ja schon erwähnt.
Nachtrag August 2008: Erst zwei Jahre alt und schon völlig veraltet, dieser Artikel! In der Sonne lesbare LCD-Farbbildschirme: Gibts schon, zB bei manchen Toshiba Portegés. Mobiles Breitband: Im Normalfall keine Karte mehr, sondern USB-Modem; nicht mehr besonders teuer und mittlerweile ziemlich schnell. Funkstrom: Ist tatsächlich möglich und schon im Versuchsstadium (damn physics, my ass!). Thinklight: Mein neues Thinkpad X60T ist ein Tablet-Convertible und hat als solcher zwar eine Thinklight-Taste, aber kein Thinklight (gr!). Toller Thinkpad-Akku: Seit Vista und der dafür benötigten Hardware nur mehr theoretisch möglich. Wenn man vernünftig arbeiten will, muss man diverseste Beleuchtungs- und Prozessor(!)-Sparmodi deaktivieren (in den Vista-Einstellungen, der Lenovo-Software UND im Bios), und dann bye-bye, 4-Stunden-Akku! (Leider hat das alte Notebook, mit dem ich bis zuletzt vollauf zufrieden war, plötzlich den Geist aufgegeben, und ich musste den - pardon - neuen Ramsch anschaffen.) Anweisung eines Unternehmens, auf den Gängen "schnell zu gehen": Der Freund, dessen Vorgesetzter diese Anweisung ausgesprochen hat, hat mittlerweile bei Herold gekündigt. Heimbüro mit vier Quadratmetern: Habe mittlerweile nach Umzug ein richtiges Büro mit 16 m² und Außenrollo, hurra!