Habe letzten Samstag auf der Tullner Donaubühne ein Konzert der Musicalsänger Maya Hakvoort, Sabine Neibersch, Paul Kribbe und Jesper Tyden gehört. Insbesondere Sabine Neibersch hat eine überwältigende Stimme und sollte öfter zu hören sein. Auch Maya Hakvoort hat ja traditionell oft nur die - wie in Wien üblich: bessere - Zweitbesetzung gegeben.
Ein paar kleine Anmerkungen zu dem insgesamt gelungenen Konzert:
Wenn das Programm des Abends eine konzertante Aufführung von Stücken aus Musicals ist, dann ist es irgendwie unfair, wenn auch formell korrekt, einen bombastischen Mix aus Queen-Liedern aufzuführen, nur weil es ein "Queen-Musical" gibt. Da könnte man ja gleich ein "Ö3-Musical" machen, aus dem dann irgendwelche beliebigen Popnummern frei rausgenommen werden dürften.
Mit dem Titel der Veranstaltung "Von Tutanchamun bis Elisabeth" scheint man in letzter Minute auf ein Promo-Vehikel für das neue Musical Tutanchamun umkonzipiert zu haben. Tutanchamun stammt aus der Feder eines der Mitwirkenden (Details
hier), wird bei den Festspielen Gutenstein heuer erst welturaufgeführt und trug gleich drei Stücke bei. Ich kann natürlich kein endgültiges Urteil fällen, aber aus promotaktischen Überlegungen hätte ich die ersten beiden Stücke eher weggelassen (frei zitiert: "Mutter, es ist dunkel." - "Folg dem Licht in deinem Herzen." Eine Mutter wie Phoebe Buffay?!). Auf den Programmen hieß das Konzert jedenfalls noch "Best of Musical".
Ich war nie in Elisabeth und habe lediglich hin und wieder am Rande etwas davon gehört (und hauptsächlich nichts Gutes). Allerdings fand ich das Stück "Ich gehör nur mir" dann doch gut und eingängig. Jedenfalls bis mir klar geworden ist, dass es sich um eine vereinfachte Version von Billy Joels "New York State of Mind" handelt (ich nehme an, das ist keine Absicht). Als Experiment habe ich dann die Akkorde von "New York State of Mind" heruntergeladen sowie den Text von "Ich gehör nur mir" und beides kombiniert - und das Elisabeth-Lied groovt auf einmal! Man muss es exakt wie das Joel-Lied singen, einschließlich der Zwischenpassage "It was so easy / living day by day / out of touch / with the Rhythm and Blues" = "Willst Du mich belehrn / dann zwingst dú mich bloß / zu fliehn / vor der lästigen Pflicht"
Fazit: Bitte mehr von Sabine Neibersch, bitte weniger Pseudo-Popmusikmusicals, viel Glück für Tutanchamun und: bei der nächsten Elisabeth-Überarbeitung bitte die Melodie von "Ich gehör nur mir" gleich komplett an die Billy Joel-Version anpassen!