Monday, September 29. 2008
Ach, so wird vielerorts geklagt, die armen Grünen! Konnten wieder nicht dazugewinnen, weil die bösen Liberalen ihnen Stimmen weggenommen haben! Denn 9,79% (Grüne) plus 1,91% (Liberale) macht 11,7% (Grüne), womit die Grünen das BZÖ überholt hätten, wie es ihnen zusteht.
Diese plumpe Zusammenrechnung von Prozentpunkten legitimiert sich durch eine Denkweise wie: "Die Liberalen bedienen exakt dieselben Wähler wie die Grünen: Grundsätzlich anständige Menschen, die vielleicht etwas idealistisch und naiv sind (also Gutmenschen). Aber die Liberalen werden von einem Industriellen finanziert, der für einen wirtschaftsliberalen (gar neoliberalen!) Kurs steht - doch das erkennen die dummen Liberalwähler nicht. Sie mögen halt die Heide Schmidt lieber als den Van der Bellen und lassen sich von ihren schönen Worten blenden."
Jeder Liberalwähler mag das etwas anders sehen, aber ich bin überzeugt, dass viele aus wohlüberlegtem Grund nicht die Grünen wählen. Weil diese ihnen einfach nicht das geben, was sie erwarten.
Die Grünen sind zwar gesellschaftsliberal, das beschränkt sich aber auf wenige Bereiche, und im übrigen sind sie sehr regulativ. Jemand, der liberal denkt, hat eine deregulative Grundhaltung in Sinne von:
"Der Staat sollte aus dem Geld der Steuerzahler die Infrastruktur für Wohlstand und das Gedeihen der Menschen bereitstellen. Dabei sollte er so wenig wie möglich in insbesondere den privaten Lebensbereich der Menschen eingreifen. Nur wenn etwas in der Gesellschaft unrund läuft oder zu laufen droht (zB Bankenkrise, Korruption), muss er eingreifen."
So eine Weltanschauung spricht für gleiche Rechte für beide Geschlechter, Trennung von Religion und Staat, Ermöglichung der Homoehe, Abschaffung des Wehrdiensts.
Aber der Zweck heiligt nicht die Mittel. Um gegen die Ungleichstellung von Mann und Frau aufzutreten, muss man Rahmenbedingungen verändern anstatt Quoten oder Sprachregelungen vorzuschreiben. Um den Klimawandel zu bekämpfen, muss man auf höherer Ebene tätig werden als den Leuten Tempo 100 auf der Autobahn vorzuschreiben oder ein Straßenbaumoratorium zu verlangen.
Es ist ein philosophischer Unterschied, aber ein grundlegender.
Für einen liberal denkenden Menschen haben die Grünen den erhobenen Zeigefinger entschieden zu oft im Einsatz.
Und à propos, wenn die Grünen die EADS-Geschäfte von Zach und Haselsteiner lancieren, dann müssen sie sich auch die Frage gefallen lassen, was ihnen mit der Aufstellung Martin Balluchs eingefallen ist. Die LIF-Vertreter haben in der Zeit der faktischen Nichtexistenz der Partei Berufe ausüben müssen, in denen sie hier Mist gebaut haben. Die Grünen agieren hauptberuflich in der Politik und bauen ihren Mist aus Kalkül.
Monday, September 22. 2008
Die aktuelle Werbemaßnahme des LIF im Online-Standard: Gefährlich, gefährlich! Ob das dem gewünschten Ergebnis entspricht?
Tuesday, September 16. 2008
An alle, die es angeht! Bitte sämtliche Infos und "Nachrichten" zum Themenkreis Klimawandel, Ozonbericht, Emissionshandel, Kiotoziele, Luftgüteverordnung, Persönliche-Luftkonsumations-CO2-Indizes, "Ich spare 100.000.000 Millionen Tonnen CO2 ein, wenn ich 500.000.000.000.000 mal 250 m weniger weit in Urlaub fahre" sowie den neuesten Auswuchs namens "Green IT" in eine Sondersendung stecken und diese dann auf einem Sender wie zB Austria 9 um 2.45 ausstrahlen. Sonst aber niemals mehr ein Wort darüber in den Medien! Ausgenommen sind lediglich Meldungen wie: "Das Luftgüte-/Klimawandel-/CO2-Problem wurde von den gewählten Repräsentanten der Bürger nun über den Weg der Industrievorgaben/Normen gelöst." Denn das ist der einzige Weg, wie es gehen kann. Anders nicht. Auch nicht, wenn jeder von uns sich auf den Kopf stellt und seinen Lebensstil versucht radikal zu ändern. Enttäuschend, aber wahr: Das klappt einfach nicht.
Globalen Problemen wie diesem kann man nur auf globalem Weg begegnen; sicher nicht indem wir heute auf der Landstraße Tempo 50 verordnen. Eine globale Lösung ist unmöglich? Das ist übel, dann ist nämlich keine Lösung möglich! Vielleicht ist aber in ein paar Jahren eine globale Lösung doch möglich.
Und nochwas: Es ist absolut verboten, jemals wieder irgendwo eine Karikatur zu veröffentlichen, auf der der Erdball sich in einer Pfanne befindet! Dekretiert von: mir, dem König von allem!
Friday, September 5. 2008
SPÖ-Kandidat Faymann versuchte neulich etwas gegen die Teuerung zu unternehmen. Der - gewiss nicht unpopulistische - Plan war, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zu senken. Dafür suchte die SPÖ eine freie Mehrheit im Nationalrat. Da man natürlich einer anderen Partei knapp vor einer Wahl keinen Erfolg schenken kann, wurde daraus nichts:
Die Schwarzen mokierten sich darüber, dass auch Kaviar billiger würde: 10 dag Kaviar um ca. 20 Euro! 1 kg Kaviar um ca. 200 Euro! Bei einem Einkauf von 2000t Kaviar würde man einem Superreichen sage und schreibe 400.000.000 Euro einfach so schenken! Was fällt dem Faymann da nur ein, fragt sich der blitzscharfe Denker Molterer zurecht!
Die Grünen meinten auch, eine Senkung der USt wäre sozial nicht treffsicher. Wieso denn auch den "Reichen" etwas schenken? Bleibt die Frage, wie man es sonst machen sollte. Vielleicht mit Lohnzettelkontrolle an der Kassa? Angabe des Brot-, Milch- und Kaviareinkaufs bei der Steuererklärung? Meiner Meinung nach steckt einfach nur die oben erwähnte Blockierung dahinter: Ein anderer Kandidat wird einen Monat vor dem Wahlkampf nicht auch noch unterstützt.
Blöderweise plakatiert Van der Bellen aber "Blockieren - mit mir nicht". Was meint er damit? Das gegenseitige Blockieren von SPÖ und ÖVP, weil man dem anderen keinen Erfolg gönnt. Was taten die Grünen aber mit dem Faymann-Vorschlag? Genau das. Zu blöd!
Die PHP Programming Western Riders, die österreichweit einzige Vertretung der PHP-programmierenden Westernreiter, erwartet von der künftigen Regierung eine deutliche Entlastung bei den Preisen für Westernreitstunden:
Beim klassischen Reiten (Englischreiten) zahlt man normal etwa 13 Euro, nahe Wien bis etwa 22 Euro. Für eine Westernreitstunde sind normal 23 Euro abzulegen, nahe Wien etwa 28 Euro. Ausnahme war bisher der Reitstall Pokornik (Westernreitcenter Wien), wo man 30 Euro zahlte. Doch jetzt gibt es einen neuen Rekord: Am Schaflerhof verlangt Trainer Thomas Barta für umgerechnet sechzig Minuten Unterricht ... 42 Euro! Das sind immerhin 578 Schilling.
(Die genannten Preise sind Erfahrungswerte und ohne Gewähr. Ich nehme hier auch keine qualitative Beurteilung vor.)
Monday, September 1. 2008
Auf Astra digital gibt es Menge spanischer Radiosender zu empfangen - und zwar nicht nur irgendwelche Nischenprogramme, sondern so ziemlich das normale Angebot, das man in Spanien auch hören kann, nämlich die SER-Sender.
Nicht alle Satellitentuner ordnen diese Sender beim Suchlauf richtig unter den Radioprogrammen ein. Bei manchen muss man den Digital-Plus-Fernsehsender "Radios Esp" anwählen und dort die Tonspuren wechseln, dann empfängt man irgendwann Cadena Dial, 40 Principales, Radiolé, Cadena Ser usw., als ob es einzelne Sprachkanäle zum Fernsehbild wären.
Wir hören daheim meistens Cadena Dial. Dabei handelt es sich um einen Sender, der viel aktuelle spanischsprachige Musik bringt - am besten abends. Das Repertoire ist zwar begrenzt , aber im Gegensatz zum nervtötenden Programm von Radio Wien, bei dem ich das Gefühl habe, dass man seit zehn Jahren die gleiche Musikauswahl verwendet, wird bei Cadena Dial jedes Jahr immerhin etwa ein Viertel der Musik ausgewechselt.
Zwei Beispiele zu Radio Wien: Ich habe den Eindruck, dass jeden Tag "Movin' out" (Billy Joel, 1977) gespielt wird, zweifellos eine gute Nummer, aber von Joel gibt es mindestens 30 andere ebenso gute Lieder, die man nie auf Radio Wien hört. Oder: Alle 2 Tage spielen sie "Me and Mrs Jones" (Billy Paul, 1972) - für mich ist das dann immer einer jener Momente, in denen ich mir wünsche, weniger gut Englisch zu verstehen (zum 871. Mal käut der Sänger wieder, dass Mrs Jones leiwand ist, aber so alt, und er hingegen ist so jung, und sie treffen sich im Café und jadda-jadda-jadda).
Weil das Konzept mit der immer anhörbaren, angenehmen Musik halt was für Weicheier ist, hat hat man sich bei Cadena Dial vor einigen Jahren etwas sehr Fieses ausgedacht, und zwar eine Sendung namens "Atrévete" ("trau dich"). Da geht es darum, dass anstelle von anständiger Musik ein Radioscherzkeks irgendwelche Spanier anruft und sich blöd stellt, worauf diese dann irgendwann ausrasten. Klingt lustig, nervt aber furchtbar, weil es weniger um die lustigen Anliegen des Anrufers geht, sondern darum, wie lang der Angerufene die Tortur aushält - oft volle fünf Minuten. Oder der Scherzkeks und seine Moderatorenfreunde plappern alle gleichzeitig drauflos und erörtern bestimmte Passagen aus Liedern oder den letzten Scherzanruf. Minutenlanges Durcheinandergequassel tönt aus dem Radio - für meinen Teil das Letzte, das ich beim Frühstück brauchen kann, weil es halt kein guter Start in den Tag ist, wenn gleich einmal Elektrogeräte zum Fenster rausfliegen.
Leider breitet sich Atrévete mit jedem Programmwechsel immer mehr über den Vormittag aus, also scheint es auch einigermaßen beliebt zu sein. Und auf 40 Principales (normalerweise spanische und englischsprachige Hitparade) fangen sie jetzt auch zu plappern an. Argh! Wegen des Sprudelsprechs war doch seinerzeit Riess-Passer als Nervensäge der Nation berüchtigt. In Spanien hätte sie eine eigene Radiosendung und als Dauergast am besten den Karlheinzgrasser, das wäre ein Wahnsinnserfolg.
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