Unserm alten Kaiser werden gemeinhin viele Eigenschaften zugeschrieben (entscheidunggschwach, senil, vertrottelt, bärtig), aber was ich bisher nicht wusste, ist, dass er auch
cremig war. Wie kann man sich das vorstellen? Vielleicht so?
Sissi: Aber geh Franzl, bist no immer eigschnappt? Jetz sei do wieder cremig!
Abgesehen davon würde ich davon Abstand nehmen, auf ein Lebensmittel "gschmackig" zu schreiben, angesichts der ironischen Bedeutung dieses Worts in der Wiener Umgangssprache (unappetitlich).
Endlich wieder Itüpfelreiten: "Gschmackig" gehört ohne Apostroph geschrieben (diese Regel ist nicht optional!), denn ein nicht hörbares E wird bei Auslassung nicht apostrophiert.
So, und noch mehr geritten wird hier, bei einer Anzeige der Firma Rauch, die auf dem Titelblatt der Fernsehbeilage "Tele" erschienen ist:
Sicher hat diese Anzeige mehrere Freigabestufen durchlaufen und auch eine Menge Geld gekostet. Dennoch sind in dem kurzen Text gleich zwei Rechtschreibfehler:
1. Ein weggelassenes Imperativ-E darf nicht apostrophiert werden. (-> "pflück")
2. "Du" und dessen Abwandlungen dürfen nur in Briefen groß geschrieben werden. (-> "dir")
Beide Regeln sind verbindlich und waren auch schon in der alten Rechtschreibung so.
Meistens hört man für das "Du" die Begründung "Ich dachte, wenn es eine Anrede ist, wird 'du' immer groß geschrieben." Ist aber Unsinn, denn ein Satz, in dem "du" vorkommt, ist immer eine Anrede. Klar, dass obige Begründung zur Folge hat, dass diese Leute "du"
immer groß schreiben.