In letzter Zeit tritt immer häufiger das Problem auf, dass insbesondere Unternehmen
die 1. und 2. Person nicht unterscheiden können. Deswegen hier ein kurzer Leitfaden für jene, die Aussendungen an Kunden schreiben müssen und sich nicht sicher sind:
Die
1. Person, also „ich“, verwendet man dann, wenn man von sich selber spricht.
Unternehmen sehen sich meist als Gruppe von Mitarbeitern; deswegen ist, wenn sie von sich selbst reden, die 1. Person im Plural („wir“) angemessen.
Beispiel: Die Filiale gehört Firma X. Deswegen sagt der Pressesprecher der Firma X: „Wir haben eine neue Filiale eröffnet.“ und nicht: „Du hast eine neue Filiale eröffnet.“
Die
2. Person, das ist „du“, hingegen kommt dann zum Einsatz, wenn man nicht von sich selbst spricht, aber derjenige, um den es geht, zuhört. Man spricht deswegen auch von der „Anredeform“. Die Höflichkeitsform ist ein Spezialfall: Während das oben Gesagte auch bei der Anrede mit „Sie“ zutrifft (Großbuchstabe), verwendet man grammatikalisch die
3. Person Plural.
Beispiel: Firma A verkauft ihrem Kunden B eine Semmel. Der Verkäufer der Firma A sagt zum Kunden: „Hier haben Sie Ihre Semmel.“ und nicht „Hier habe ich meine Semmel.“
Diese Unterscheidungen, die im Verkehr zwischen Unternehmen und Kunden, wie bereits zuvor angesprochen, leider immer mehr in Vergessenheit geraten, sind nicht unwichtig. Bei Nichtbeachtung kann es zu großen Verwirrungen kommen. Zwei Beispiele, wie es nicht geht:

Hier wird der Anschein erweckt, die Firma UPC würde die Rechnungen, die sie selbst bezahlen muss, einfach an ihre Kunden weiterschicken - in der Hoffnung, dass diese sie begleichen. "Lieber Kunde, bezahlen Sie bitte meine Rechnung, ich wäre Ihnen sehr verbunden, UPC."

Der Abfallverband Laa erhält scheinbar von seinem Oberabfallverband Newsletter, die er an seine Kunden weiterleitet. "Lieber Kunde, falls es Sie interessiert, auch wir werden von einem Abfallverband mit Newslettern genervt. Sehen Sie selbst, was die uns schon wieder schicken."