Jetzt reichts. Nicht nur dass der Standard eine Karikatur brachte, in dem gleich mehrere Köche eine Weltkugel in ihren Pfannen herumschupfen (
Klimawandel!), es wurde mir auch schon wieder ein alter Kalauer abspenstig gemacht.
Seit meiner Schulzeit habe ich mir nämlich immer wieder Kalauer einfallen lassen, die ich allesamt mit nur mäßigem Erfolg verbreiten konnte. Aber kaum hatte ich mich damit abgefunden, tauchte alle paar Jahre einer von ihnen in irgendeinem Massenmedium auf. Nun wären die Witzchen nicht so genial gewesen, dass ich mich ernsthaft gekränkt hätte. Außerdem hätte auf jedes von ihnen irgendein anderer Scherzbold auch von selber kommen können; vermutlich hab ich sie selbst nicht alle als erster verwendet. Auch habe ich mich schon hin und wieder dabei ertappt, mir insbesondere Aussprüche von Max Goldt einverleibt zu haben, was mir dann immer sehr peinlich war, besonders da ich allen Freunden ständig Max-Goldt-Bücher ans Herz lege.
Aber ganz auszuschließen ist es nun doch nicht, dass ein Schmäh, den ich einmal in einer Schulstunde gemacht habe, dann doch über verschlungene Wege aus der Klassengemeinschaft, in den Elternkreis, deren Arbeitsumgebung und schließlich (jüngstes Beispiel) zu Dieter Chmelar gewandert ist, der ihn an das Profil geschickt hat. Dort kommentierte er die Englischsprüche der Finanzministerin mit "Play you yes not!".
Von diesem Kalauer weiß ich hundertprozentig, dass ich ihn anno 1991 spontan ersonnen und der gegenüber einem Klassenkameraden aufbrausenden Englischprofessorin an den Kopf geworfen habe, worauf diese so verwirrt war, dass sie sich wieder beruhigt hat.
Nach der Niederlage mit dem Play-you-yes-not gibt es, wenn ich mich recht erinnere, nur mehr einen einzigen derartigen Sager, der noch nicht von anderen in der Öffentlichkeit verwendet worden ist. Hier und jetzt dokumentiere ich ihn als (hoffentlich) meine Leistung, auch wenn es sich dabei nicht gerade um einen Höhepunkt des Humors handelt:
"Lässig wie Lassie und flippig wie Flipper" (matto, um 1994)