Monday, December 5. 2011
Wenn ich weiter solche Phishing-Mails bekomme:
Ihr Konto hat vor auszuatmen.
Um aktiv zu bleiben, klicken Sie bitte die Verbindung unten, und folgen Sie den versorgten Schritten:
http://[Betrugs-Url]
Danken Sie Ihnen, Erste Bank und Sparkasse
... dann gründ ich noch einmal einen Phishing-Fanclub
Monday, December 5. 2011
Jetzt reichts. Nicht nur dass der Standard eine Karikatur brachte, in dem gleich mehrere Köche eine Weltkugel in ihren Pfannen herumschupfen ( Klimawandel!), es wurde mir auch schon wieder ein alter Kalauer abspenstig gemacht.
Seit meiner Schulzeit habe ich mir nämlich immer wieder Kalauer einfallen lassen, die ich allesamt mit nur mäßigem Erfolg verbreiten konnte. Aber kaum hatte ich mich damit abgefunden, tauchte alle paar Jahre einer von ihnen in irgendeinem Massenmedium auf. Nun wären die Witzchen nicht so genial gewesen, dass ich mich ernsthaft gekränkt hätte. Außerdem hätte auf jedes von ihnen irgendein anderer Scherzbold auch von selber kommen können; vermutlich hab ich sie selbst nicht alle als erster verwendet. Auch habe ich mich schon hin und wieder dabei ertappt, mir insbesondere Aussprüche von Max Goldt einverleibt zu haben, was mir dann immer sehr peinlich war, besonders da ich allen Freunden ständig Max-Goldt-Bücher ans Herz lege.
Aber ganz auszuschließen ist es nun doch nicht, dass ein Schmäh, den ich einmal in einer Schulstunde gemacht habe, dann doch über verschlungene Wege aus der Klassengemeinschaft, in den Elternkreis, deren Arbeitsumgebung und schließlich (jüngstes Beispiel) zu Dieter Chmelar gewandert ist, der ihn an das Profil geschickt hat. Dort kommentierte er die Englischsprüche der Finanzministerin mit "Play you yes not!".
Von diesem Kalauer weiß ich hundertprozentig, dass ich ihn anno 1991 spontan ersonnen und der gegenüber einem Klassenkameraden aufbrausenden Englischprofessorin an den Kopf geworfen habe, worauf diese so verwirrt war, dass sie sich wieder beruhigt hat.
Nach der Niederlage mit dem Play-you-yes-not gibt es, wenn ich mich recht erinnere, nur mehr einen einzigen derartigen Sager, der noch nicht von anderen in der Öffentlichkeit verwendet worden ist. Hier und jetzt dokumentiere ich ihn als (hoffentlich) meine Leistung, auch wenn es sich dabei nicht gerade um einen Höhepunkt des Humors handelt:
"Lässig wie Lassie und flippig wie Flipper" (matto, um 1994)
Monday, November 14. 2011
Zum Beispiel hier, siehe die Leserkommentare:
http://derstandard.at/1319182204828/Pferdesport-Schock-nach-Tod-von-Olympia-Hengst-Hickstead
Ich würde mir wünschen, dass alle, die mit Pferdesport nix am Hut haben, kein Interesse dafür und keine Ahnung davon, solche Artikel nicht anklicken, vor allem aber nichts dazuposten. Und obwohl der Witz mit dem Pferdeleberkäse ein brillanter Evergreen ist - auch diesen bitte sich zu verkneifen.
Auch mein Interesse am Springreiten (wie am Englischreiten generell) ist bescheiden. Aber einen Artikel, der davon handelt, dass ein Pferd bei einem Turnier stirbt, lese ich schon. Ich habe auch ein Iphone und lese mit Interesse Artikel über neue Androidversionen.
Ich habe sogar ein Fahrrad, aber ich benutze es selten und niemals in der Stadt. Aber geh ich jetzt her und schreib unter alle Artikel betreffend "Mach das Fahrrad winterfit" oder "Radwege in Wien werden (nicht) vom Schnee geräumt" so Sachen wie: "Der Drahtesel ist die Vespa für Arme" usw.? Nein.
Hingegen bei Pferdesportberichten postet jedesmal irgendeiner etwas in die Richtung:
"Einst ein Spielzeug für Reiche,...
... nun eine Leberkäse für Arme!"
Als ob mans als Reiter nicht eh schon schwer genug hätte mit den Kommentaren von sämtlichen Bekannten, Verwandten und Freunden, denn ausnahmslos jeder, der selbst nichts mit Pferden zu tun hat, kann nicht widerstehen, die Wuchtel zu schieben. Und beim nächstenmal, weil er sich nicht sicher ist, ob er den Überschmäh schon angebracht hat, hört man wieder irgendwas mit "Leberkäs draus machen", "am liebsten zwischen zwei Semmelhälften" usw.
Was man übrigens auch immer von allen Nichtpferdemenschen hört, ist die Gschicht vom Pferd, das die Angst des Menschen riecht und dann auszuckt. Gefolgt von den Worten: "Nein, das ist mir unheimlich. Da hab ichs lieber als Leberkas."
Thursday, November 10. 2011
Weil jetzt wieder die Wehrpflichtdebatte aufflammt: Unter einem aktuellen Standard-Kommentar (http://derstandard.at/1319182370138/Kommentar-von-Rainer-Schueller-Zurueck-zur-Sache-Die-Wehrpflicht-ist-Schwachsinn), der die Aufhebung der Wehrpflicht befürwortet, hat jemand gepostet:
"[Das Bundesheer] ist das letzte was wir uns jetzt leisten können zu reformieren. Weil vielleicht kapiert man auch bei SPÖ/Grüne einmal: Es gibt kein Geld!"
Ich erinnere mich an einen anderen, früher erschienenen Artikel, zu dem jemand gepostet hatte, dass die Aufgabe der Wehrpflicht gänzlich unmöglich sei, weil es im Rahmen der bestehenden Gesetze nicht erlaubt ist.
Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erklärend und volksbildend verkünden: Bei politischen Diskussionen geht es nicht um die Frage, wie man ohne jegliche Änderung der gegebenen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen irgendwelche Reformen bewerkstelligt. Nein, man darf durchaus andenken, die Rahmenbedingungen anzupassen. Deswegen ist es ja eine politische Frage, denn die Politiker haben ja den Job, die Rahmenbedingungen ständig anzupassen. Wie sonst sollen sie ihre Arbeit denn machen?
Die in Österreich verbreitete Blockierermentalität kommt mit ihren hanebüchenen Gegenargumenten leider noch zu oft durch. Zum Beispiel die Gewerkschaften leben vor, wie man an den tatsächlichen Interessen der Menschen (tw auch der eigenen Klientel) vorbei arbeitet - aber bei weitem nicht nur sie. Das hier angesprochene Reformabwehrrezept kann man so zusammenfassen:
1. Reform? Die ist im Rahmen der derzeitigen Regelungen nicht vorgesehen, daher geht des net.
2. Aber auch wenn man die Rahmenbedingungen ändert, gehts nicht, weil kein Geld da ist.
3. Aber auch wenn man das Geld auftreiben würde, gehts nicht, weil es im Moment weit wichtigere Dinge gibt (die KRISE zB, Dauerbrenner seit den 80-er Jahren mit kurzen Unterbrechungen, wo aber gerade Wahlkampf war).
4. Und selbst wenns im Moment eigentlich nix Wichtigeres gibt, jetzt ist gerade in NÖ (oder wo auch immer) Wahlkampf, das ist ganz ungünstig!
5. Und selbst wenn gerade nirgends Wahlkampf ist, des geht jetzt net, weil das Koalitionsklima gerade sehr schlecht ist.
6. Und selbst wenn sich die Regierung grad nicht streitet, gehts nicht, weil mit solchen Forderungen würd man ja die Kronenzeitung gegen sich aufbringen und damit nur dem Strache Vorschub leisten, und das steht nicht dafür!
7. Und wenn man sogar einmal beiseite lässt, dass man Krone und Strache damit ärgert: Das geht nicht von heut auf Morgen, das kamma nicht übern Zaun brechen, da machma keinen Schnellschuss, da wird jetzt ein Ausschuss gebildet, und der sollte wann zum Beschluss kommen: Erst nächste Legislaturperiode. Danach wieder oben in der Liste anfangen.
Es ginge aber auch anders, zum Beispiel so:
Jemand hat eine Reformidee, muss seine Partei davon überzeugen. Wenn das geklappt hat, wird ein Plan ausgearbeitet, welcher die erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die sich daraus ergebenden Änderungen beschreibt und durchrechnet. Das Ganze ist dann ein Modell. Mit dem Modell geht man zu anderen politischen Fraktionen und versucht sie an Bord zu holen. Wenn das klappt, wird im Nationalrat abgestimmt, und die Sache ist beschlossen. Nun wird die Reform gemäß dem Modell abgewickelt. Wenn sie klappt, kann damit gerechnet werden, dass die Wähler es bei der nächsten Wahl würdigen. Wenn nicht, sollte man fürderhin bessere Ideen und/oder Modelle entwickeln.
Diese verschiedenen Herangehensweisen nennen sich politische Kultur, und diese kann gut oder schlecht sein. Da sie bei uns derzeit schlecht ist, und das wohl auch noch länger so bleiben wird, wird das aller Voraussicht nach zum Niedergang des demokratischen Systems führen. Erste Station ist das griechisch-italienische Volkswirtschaftstheater.
Tuesday, October 25. 2011
Gaddafi wurde nach einem Angriff auf seinen Konvoi angeschossen, von der Meute misshandelt und getötet: Der Tod eines Tyrannen. Davon gibt es Aufnahmen, die in den meisten Zeitungen veröffentlicht wurden. Naturgemäß keine schönen Aufnahmen, weswegen prompt der Chor der sich rechtfertigenden Redaktionen und empörten kinderschutzbefleißigten Leser erklang.
In welcher Welt leben wir eigentlich? In einer Welt, wo der Strom aus der Steckdose kommt, oder in der es Atomkraftwerke, wirtschaftliche Interessen, diktatorische Drohgebärden usw. gibt? In einer Welt, in der 95% aller Menschen begeisterte Fleischesser sind, aber deren Kinder oft nicht wissen, wie ein Schwein aussieht und was der Unterschied zwischen Rind, Kuh und Kalb ist? In einer Welt, in der es noch immer Kriege gibt, gegen die man aber nicht einfach die Position eines Hardliner-Pazifismus einnehmen kann, weil man Völkern zugestehen muss, dass sie sich von blutrünstigen Diktatoren befreien?
Sie sehen, worauf ich hinaus will: Die Welt ist eben leider komplex, und man ist gut beraten, auch hinter die Kulissen zu sehen: Da gibt es nicht nur die sauberen Bilder von sich beratenden westlichen Politikern mit Sorgenfalten oder von tadellos funktionierenden Militärflugzeugen, welche irgendwas in der Ferne bombardieren, was man auf den Bildern ohnehin nicht erkennen kann – da gibt es sehr wohl auch Menschen zu sehen, die angeschossen und zu Tode geprügelt werden. Diese Bilder sind es, die uns immer wieder anregen, sich etwas mehr Gedanken zu machen, vielleicht grundsätzliche Überlegungen anzustellen, zu hinterfragen, wie es kommt, dass wir solche Szenen schon seit Generationen nicht mehr selbst erleben müssen, und ob nicht etwas dafür notwendig ist, dass es so bleibt.
Gerade den Kindern, die viele schützen wollen, indem sie zB dem Standard verbieten wollen, Fotos von Gaddafis Tod auf die Titelseite zu setzen, dürfen wir diese Eindrücke nicht vorenthalten. Natürlich ist ein entsprechendes Alter (nämlich das individuell richtige) bei den Kindern vorauszusetzen, aber ich sehe nicht ein, warum man als ganz junger Mensch schon Teile von Tieren zerschneidet, aber es einem nicht zuzumuten sein soll, sich selbst ein konkretes Bild vom Krieg zu machen, und in der Folge eigene Gedanken dazu zu entwickeln – bevor vielleicht irgendeine schönfärberische Kriegspropaganda das übernimmt.
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