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Die wichtigsten Disziplinen für PHPWR-TurniereSaturday, February 24. 2007
Die Turnierdisziplinen des PHPWR, einschließlich der wichtigsten allgemeinen Westernreitdisziplinen
Cutting Der Reiter muss mit seinem Pferd ein Rind aus einer Rinderherde heraustreiben. Dabei kommt es auf den „cow sense“ des Pferds an, das dabei die wichtigste Arbeit eigenständig macht. Reining Bei dieser „Westerndressur“ müssen vorgegebene Figuren („Patterns“) im Galopp abgeritten werden. Die Figuren sind aus Standardelementen wie Zirkeln, Spins (Drehungen), Roll Backs (Kehrtwendungen) usw. aufgebaut. Pasting Auf dem galoppierenden Pferd muss in einer bestimmten Zeit ein Angebot für eine bestimmte Programmierleistung erstellt werden, wobei der Reiter Teile aus bestehenden Angeboten zusammenkopieren darf. Pleasure Auf Ansage des Richters müssen mehrere Reiter Gangart- und Richtungswechsel durchführen, wobei es darauf ankommt, dass das Pferd dabei einen entspannten Eindruck macht. Trail Beim Trail muss ein Hindernisparcours nach Vorgabe absolviert werden. Neben typischen Hindernissen wie Trabstangen, aufgelegten Stangenkorridoren , Hütchenstrecken oder Brücken wird auch die Gangart vorgeschrieben. Transpushing Es sind zwei Reiter in der Bahn. Die Pferde werden zum Galoppieren gebracht, und während jeder Reiter einen Clatshpush programmiert, muss er immer auf dem X von einem Pferd aufs andere wechseln. Dabei ist es wichtig, in fließenden Bewegungen zu wechseln und auch den Programmcode schließlich genauso fließend dem Richter zu präsentieren. Western Riding Nach einem vorgegebenen Pattern ist ein Parcours zu absolvieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf vielen anspruchsvollen Galoppwechseln. Western Scripting Jeder Reiter hat innerhalb einer vorgegebenen Zeit ein Reining-Pattern in Form einer Webseite umzusetzen. Der Richter disqualifiziert schließlich alle Lösungen, die in ähnlicher Form mehrmals vorkommen, und bewertet die übrigen. Worauf achten beim Pferdekauf?Tuesday, February 13. 2007
Die Anschaffung eines Pferds bringt lange anhaltende Konsequenzen mit sich und will daher gut überlegt sein. Von der Entscheidung für eine bestimmte Rasse bis hin zur Herangehensweise bei den ersten Einsätzen erwartet den Käufer eine Kette von heiklen Entscheidungen, die, wenn unbedacht oder falsch getroffen, das Vergnügen mit dem Vierbeiner erheblich schmälern können. Dieser Artikel soll dazu beitragen, Licht in diese äußerst komplexe Angelegenheit zu bringen.
Ist die Entscheidung für eine Rasse gefallen und hat man über gründliche Preisvergleiche den günstigsten Anbieter gefunden, kommt es erst einmal auf die richtige Farbentscheidung an. Mithilfe einer Farbtabelle kann man sich hier auf dem Gestüt einen Überblick über das Angebot machen. Als Faustregel gilt: Hellere Pferde sind nachts besser sichtbar, und man erspart sich teure Beleuchtungsteile. Mit schwarzen Pferden hingegen sollte man zwar in der Dunkelheit eher nicht ausreiten, aber sie machen auf Turnieren einen besseren Eindruck. Braune Pferde wiederum haben die pflegeleichteste Farbe. Im Zweifelsfall sollte man sich auch für das Pferd entscheiden, das die lautere Stimme hat. In Gefahrensituationen kann man so besser auf sich aufmerksam machen. Ist der Kauf gelungen und die Neuerwerbung wohlbehalten daheim angekommen, geht es an die Inbetriebnahme. Zuerst wird der Infohänger (meist um eine der vorderen Fesseln gebunden) entfernt und sollte unbedingt genau durchgelesen werden. Auf diesem europäisch genormten Informationsblatt befinden sich vorne allgemeine Kenndaten (Rassenbeschreibung, Instanz-ID, Kennzeichen, Effizienzklasse, Hinweise auf allfällige Sonderausstattung) und hinten Gebrauchs- und Pflegeanweisungen. Zum skurril anmutenden „Pferdekennzeichen“ ist nur soviel zu sagen, als dass diese Idee der Verkehrsminister eine Antwort auf die Erfordernisse der Praxis war, aber sich in ebendieser letztlich doch nicht durchsetzen konnte, da es nicht gelang, einen einheitlichen Platz für die Montage der Kennzeichentafeln auf dem Tier zu finden. Dazu kommt, dass die vorgeschriebenen Aufschriften selbst aus administrativen Gründen viel zu lang sind (Land – Region – Rasse – Registraturnummer – letzter Teil des Zuchtnamens – laufende Ziffer). Die Tafeln sind somit 80-120 cm breit. Anstatt sie wie ursprünglich geplant per Post an die Mitglieder zu verschicken, bewahrt sie der Bundesfachverband für Reiten und Fahren nun in einem eigens gemieteten Lagergebäude auf. Die Gebrauchsanweisungen sollten einen Hinweis auf die Transportsicherung enthalten: Oft werden Pferde mit einem speziellen Mundschutz verschickt. Diese aus Metall und Leder konstruierte Vorrichtung trägt das Pferd im Maul. Zusätzlich ist sie hinter dem Nacken und unter dem Kinn verschnallt. Sie muss nun entfernt werden. Aber Vorsicht: Sollten sich seitlich am Maul Hebel befinden, dürfen diese nicht gedrückt werden. Stattdessen sind erst die Riemen zu öffnen und ist dann die Sicherung nach unten hin aus dem Maul auszufädeln. Meistens kann und sollte die Transportsicherung bei weiterer Bewegung des Pferds wieder verwendet werden, deshalb unbedingt aufbewahren. In manchen Fällen wird das Pferd auch mit einem Reitersitz geliefert. Diese Ausstattung ist leider meist nicht serienmäßig und auch teuer. Von der Verwendung selbstgebastelter Sitze ist abzuraten: Mechanische Teile des Pferds im Rückenbereich könnten ebenso verschleißen wie bestimmte Teile des Reiters. Interessant ist die Pflegeanleitung, aber auch hier kann es zu Missverständnissen kommen: Besagt die Anweisung beispielsweise „hin und wieder in Schlamm wälzen“, so bedeutet das nicht, dass der Halter das Pferd selbst zu wälzen hat! Er muss dem Pferd nur eine Gelegenheit schaffen, und es erledigt diese Aufgabe von selbst. Doch Vorsicht: Ein frisch gewälzt habendes Pferd verliert bis zu 90% seiner Lichtreflexionsfähigkeit. Insbesondere vor Ausritten im Dunkeln ist das Pferd daher unbedingt zu reinigen. Auch die Hinweise zur Betriebstemperatur müssen ernstgenommen werden: Nach intensiver Benützung oder bei hohen Temperaturen kommt es zur Kondenswasserbildung. Dieses Wasser (manchmal auch als weißer Schaum an den Flanken erkennbar) schadet dem Pferd nicht – im Gegenteil, es trägt zur Abkühlung bei. Dennoch sollte man unbedingt eine Überhitzung vermeiden, indem man (a) die Temperaturtabelle auf dem Infoblatt beachtet und (b) weder mit Abdeckungen oder dergleichen im Betrieb einen Hitzestau verursacht noch (c) den Lüfter in seiner Funktion behindert. Der Lüfter befindet sich hinten am Pferd und arbeitet scheinbar erratisch („Schlagen“ des Schweifs). In Wirklichkeit agiert er nach einem hochkomplexen Algorithmus, der die Bewegungen anhand verschiedener Eingabedaten wie Temperatur, Belastung oder Insektenanteil in der Luft optimiert. Welcher Treibstoff für das Pferd empfohlen wird, steht ebenfalls auf dem Infoblatt. Dabei gilt: Niederkalorischer Treibstoff ist meist in der Verabreichung unbedenklich, aber beim hochkalorischen sollte man Vorsicht walten lassen. Übermäßige Zufuhr hochkalorischen Futters kann zu erheblichen Schäden am Pferd führen. Befolgen Sie daher die Angaben des Herstellers genau. Zur Erhöhung des Komforts des Halters sind Pferde mit einer Futterautomatik ausgestattet. Sie brauchen das Futter nur in Reichweite des Pferds zu platzieren, und es wird es mithilfe seiner Sensoren finden und danach aufnehmen. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, eine wirksame Kapazitätsbegrenzung für hochkalorische Stoffe einzubauen. Darum muss solches Futter im Vornherein genau dosiert werden. Da die Futtersensorik unter Umständen organische Materie in Betracht ziehen kann, die vom Halter gar nicht als Treibstoff für das Pferd bestimmt wurde (zB Kistenblumen), ist es zu empfehlen, die Futteridentifikationsalgorithmen durch „Tuning“ selbst zu verfeinern. Das klingt schwieriger als es in Wirklichkiet ist: Moderne Pferde verfügen über einen organischen Mikroprozessor, der in einem bestimmten Umfang programmiert werden kann. Das kann man sich zu verschiedenen Zwecken zunutze machen: Der Turnierreiter wird komplexe Routinen installieren, während der Freizeitreiter eher ab und zu ein bisschen „tunen“ wird. Doch die Programmierschnittstelle ist relativ anspruchsvoll: Man wird um den Besuch eines einschlägigen Seminars nicht herumkommen. Schulungen in Pferdeprogrammieren sind von verschiedenen Anbietern unter Namen wie „Natural Horsemanship Training“ oder „Naturalkommunikation“ erhältlich. Je nach Umfang der Ausstattung ist das Pferd eventuell bereits mit einem Grundsystem ausgestattet („Microcode“ oder darüber hinausgehende Software). Falls nicht, sind zumindest jene, die selbst nicht zu programmieren beabsichtigen, beraten, einen Pferdeausbildner hinzuzuziehen, der entsprechende Software aufspielt. Doch Achtung: Ein Pferd verfügt von Werk aus über ein Sicherheitssystem, das verhindert, dass es sich gegen Hindernisse steuern lässt. Kontinuierliches Umprogrammieren kann dieses Sicherheitssystem außer Kraft setzen! In diesem Fall obliegt es dem Reiter, Acht zu geben, dass beim Betrieb keine Hindernisse oder Begrenzungen gerammt werden. Schließlich sollten in regelmäßigen Abständen an den Trittflächen der Beine neue Eisen aufgezogen werden, auch wenn das Pferd meist ohne Eisen den besten Grip hat. Es stimmt auch, dass falsche Eisen die Straßenlage gefährlich beeinträchtigen können; ganz ohne welche sollte man aber auch nur in speziellen Fällen unterwegs sein. Konsultieren Sie daher unbedingt eine entsprechende Werkstätte („Hufschmied“). Wenn Sie das alles beachtet haben, sollte einem ersprießlichen Auskommen zwischen Ihnen und Ihrem Pferd nichts mehr entgegenstehen. Wir wünschen viel Spaß und sicheres Reiten! Das All-around-SkurrilchampionatTuesday, October 17. 2006
Das erste Turnier! Es lagen zwei Tage zwischen der Zulosung von Pferden und Bewerben, an denen ich mein Firmenimperium im Stich lassen musste, um Gigi, einem Appaloosawallach, der ebenso stichelhaarig ist wie ich selbst, jede Menge Dinge beizubringen. Erstmal hatte es geheißen, das Pferd könne nicht spinnen (von englisch "spin", sich drehen). Scharfsinnig erkannte ich, dass es kein Problem ist, es ihm beizubringen (ein paar Monate Training vorausgesetzt).
Dann gab es das Problem mit den fliegenden Galoppwechseln, die er "nicht kann". In den L-Reinings sind einfache Wechsel aber gestattet, nur dass es da wiederum haperte, da das Pferd stark antizipierte: Es ahnte voraus, dass in der Mitte ein einfacher Galoppwechsel kommen konnte, und drum raste es am besten gleich quer durch die Hallenmitte irgendwie dahin - hoppala, haben wir jetzt überhaupt gewechselt? Dem Pferd natürlich wurscht. In meinen Anstrengungen, Gigi einen sicheren einfachen Wechsel zu entlocken, stellte ich ihn erst einmal konsequent auf die Mittellinie (also eine gestauchte Acht reiten), bemühte mich, ihm lange nicht zu verraten, in welche Richtung es weitergehen würde, und gab schließlich Hilfen zum Durchparieren (einsitzen, ausatmen). Das funktionierte, wenn ich mich genügend konzentrierte - das Timing ist hier kritisch. Wie gings weiter? Nach einer Viertelstunde machte mir das Pferd beinah perfekte fliegende Wechsel, und zwar auf mein Ausatmen hin! Irgendwie kam ich mir vor wie ein Automechanikerlehrling, der beim Versuch, ein Autoradio einzubauen, versehentlich die Motorleistung hochtunt. Auf der Reining beim Hausturnier funktionierten die Wechsel gut. Die Spins waren zwar in Zeitlupe, aber sie sahen immerhin wie welche aus. Die kleinen Zirkel waren tatsächlich wie gefordert langsam. Die Rollbacks waren okay - ich war ganz zufrieden. Leider versemmelte ich die Angelegenheit, da ich an einer Stelle dreimal statt zweimal spinnte, weshalb ich null Punkte bekam. Von dem Fehler hatte ich den ganzen Ritt über nichts mitgekriegt. Später erfuhr ich, dass das der absolute Top-Reiningfehler ist, den auch die ganz Großen begehen. Also, auch wenn ich schon nicht reite wie ein Profi, immerhin begehe ich schon Profifehler, und davon kann man sich auch eine Scheibe Brot abschneiden. Übrigens: Bei der Pleasure konnte ich Platz 7 mit einem im Galopp ständig hustenden Pferd belegen. Wann gibts endlich einen All-around-Skurrilitätspreis? Mein wäre er! Im gestreckten Schritt (das beste Faschingsfest)Monday, September 18. 2006Das kleine Viertelpferd und der gigantische Appaloosa beschnuppern einander nach erfolgreicher Prüfung Woher ich das habe? Das hab ich geträumt. Wenn es draußen kühler wird und ich besser schlafe, erfahre ich immer wieder die lehrreichsten Dinge im Traum. Zum Beispiel wurde mir im Schlaf mitgeteilt, dass ich mein Pferd besser nicht am Zügel angehängt allein stehen lasse, wenn nebenan gerade ein American-Football-Maskottchen mit Luftmatratzenrasenmäher das Sportplatzgras bearbeitet. Ein Hinweis von höherer Instanz? Sie merken, es läuft hier wieder auf das Reiten hinaus. Ist ja auch kein Wunder bei meinem Tagesablauf: tagsüber Monty-Roberts-Videos, drei Westerntrainer, Aachen-Reining in Google Video und nachts schwere Träume: Sonst erleb ich ja praktisch nichts. Da kann ich gleich noch erzählen, wie die richtige WRC-Prüfung war, und zwar mach ich das in dem Stil, in dem ich heute einen Schulaufsatz schreiben würde (Experiment!): 11 Menschen mit adretten Hemden, sauber geputzten Reitstiefeln und absurden Hüten trafen sich sonntags in aller Herrgottsfrüh, um gleich einmal zum Schweifbürsten und Weichteilwaschen eingeteilt zu werden. Danach wurde in der Halle mehrspurig, aber trotzdem planlos aufgewärmt, worauf uns der Trainer einen nach dem anderen streng nach innen winkte und eine Polizeikontrolle durchführen ließ: Ohne Umschweife wurden wir einem Richter vorgeführt, der eine Art Alko-Intelligenztest vornahm: "Wo ist beim Pferd das Schlüsselbein?" Darauf die Beisitzerin (im Stehen): "Spar dir doch deine blöden Schmäh." Nach einigen Fragen zu Wohlbefinden (Kolik?) und Mode (Wie muss das Hemd beim Turnier noch sein? Sauber!) durfte man wieder verschwinden. In meinem Fall hielt es das Pferd für angebrachtes Verhalten, beim Aufstiegversuch rückwärts zu treten, was ich in horsemanshiptechnischer Vollkonsequenz mit einem Klaps auf sein Hinterteil quittieren musste, und nach drei Versuchen saß ich tatsächlich wieder oben; Blinker raus, Abfahrt. Als Nächstes war die Pleasure dran: Literatur-Connaisseure werden hier sogleich an das kleinformatige Erotikheft der achtziger Jahre mit den akkuraten anatomischen Abbildungen denken, aber, so sag ich gleich, in diesem Fall handelte es sich um Reiten auf Ansage ("Trot your horses please"). Durch intensives Hörtraining im Vorfeld konnte das Verwechseln der sämtlich stark o-Laut-lastigen englischen Gangbezeichnungen (Wok, Trot, Lope) vermieden werden; jedoch nicht, dass das Pferd aus dem ersten Galopp gleich wieder in den Trab zurückfiel, was ihm meinerseitige Beargwöhnung einbrachte. Nun bereiteten wir uns auf dem Abreitplatz auf den Trail vor. Dabei handelt es sich um die Art von Hindernisparcours, den man unmöglich in Google (und Google Video) finden kann, denn sämtliche Schlagwörter wie "Trail", "Western Trail" oder "Western Trail Horse" führen zu Seiten über US-Völkerwanderungen des 19. Jahrhunderts. Dermaßen ungebildet übte ich mit dem mittlerweile schon fast aufgewachten Pferd das Traben über Stangen und Schrittgehen über Holzpaletten ("Brücke"), was gut klappte, aber didaktisch leider nicht das Wahre war, da es an eben den Stangen und Paletten auf dem Abreitplatz mangelte. Folgerichtig schlug pferd später bei der Prüfung allenthalben an Begrenzungsstangen an und war offenbar der Meinung, die aufgelegten Trabstangen dienten zur perkussionsmäßigen Aufpeppung des Bewerbs. Den Argwohn des Richters im Nacken, leisteten wir uns noch einen "Break of gait" (aus der Gangart Fallen), weswegen ich auch sofort gemaßregelt wurde (das Pferd ging leer aus, was ich insofern ungerecht finde, dass ja immer betont wird, dass bei den Bewerben eigentlich das Pferd beurteilt wird und nicht der Reiter). Meinen Ruf als maßloser Springinsfeld (wenn schon in der Westernreitweise nicht das Pferd springen darf) untermauerte ich nun bei der Vorbereitung auf die Reining. Unter Reining, das in österreichischen Medien in der Regel "raining" geschrieben wird ("Madonna säuft pro Tag 40 Liter Wasser und wird derzeit in Raining ausgebildet"), versteht man das Figurenreiten im Galopp. Dabei geht es aber nicht darum, ad hoc eine möglichst kreative Figur zu erfinden - auch wenn beim WRC manche Pferde dafür ein besonderes Talent hatten -, sondern eine vorgegebene Figur („Pattern“) exakt und in der richtigen Geschwindigkeit zu absolvieren. Da mein künstlerisch bewandertes Pferd während der Vorbereitung, also während ich es noch vorberitt, über Hyperbeln und Parabeln in die ovale Phase vorstieß, während das Reglement aber auf "Zirkeln" beharrte, war ich gezwungen gewesen, in die Trickkiste zu greifen und ihm in den Kurven immer wieder die Schulter aufzurichten, wodurch die geometrischen Exzesse sich wieder in Richtung Kreis normalisierten. Beim Abschlusstraining hatte der Trainer noch "Good idea ... aber nicht zu stark den Kopf hineinbiegen" (den Kopf des Pferds) gestaunt, und in der Tat klappte es auch bei der Prüfung hervorragend. Bei den Rollbacks (Stopp und sofort wieder nach hinten in den Galopp springen) hatte ich gelernt, dass das Pferd das von alleine am besten kann - ist eben ein gutes Reiningpferd und säuft auch brav seine 40 Liter Wasser täglich -, und in der Tat, wir hopsten ganz munter durch die Gegend miteinander. Beim Vorbeigaloppieren hörte ich den Richter zur Beisitzenden bemerken: "der Sitz ist aber gut" oder: "der Sitz ist aber nicht so gut", leider hab ichs nicht so genau verstanden, weil das Pferd unter mir so unbotmäßige Galoppgeräusche machte. Beim Verlassen der Halle erhielt ich, da die Tribüne keine Sitzplätze hatte, stehende Ovationen und machte mich auf, das Pferd "in die Box zu setzen", wie unser Trainer zu sagen pflegt. Kaum dass er also fünf Minuten in der Box sitzen und auf Strohhalmen herumkauen konnte, musste ich den wieselflinken Wallach schon wieder aufzäumen und zum Foto zerren. Unterwegs entfernte ich ihm die links und rechts meterweit wegstehenden Reste seiner Mahlzeit aus dem Maul, und erst als mich ein Passant erinnerte, dass Reiter ja normalerweise auf den Pferden oben drauf sitzen, erklomm ich das braune Tier und fegte in gestrecktem Trab Richtung Fotoplatz, der wilde Ritt begleitet von versonnenem Geschmatze des Equiden. Alle mutigen Männer und Frauen (wobei Zahlenverhältnis 1:10) erhielten nun ihre Urkunden und Zahlscheine für die Turnierkarten sowie eine Gürtelschnalle, zu der ich am besten Gürtelschnalle sage, auch wenn viele andere die englische Bezeichnung "buckle" verwenden. Ich sage allerdings immer "bucket" (Kübel), weiß der Teufel warum, und das würde zu viel Verwirrung stiften. Auf der Gürtelschnalle ist ein Westernreiter in einer absurd falschen Sitzposition zu sehen, der noch dazu eine Hand auf der Kruppe des Pferds hat (unser Trainer, schulterzuckend: "He's relaxing ..."). Auf einen freien Platz auf der Schnalle kann man laut Auskunft der Schefes entweder seinen eigenen oder den Namen seines Pferds eingravieren lassen. Merke also: Es handelt sich nicht unbedingt um den Künstlernamen des Reiters, wenn einer einen Namen wie "Golden Jac Hero" oder „Suny de Peponita“ auf der Gürtelschnalle stehen hat. Die ausgehändigten Urkunden der Fédération Equestre Nationale d’Autriche, département de l’équitation à l’ouest, sind wohlanzusehen, wenn auch leider Datum und Ort der Ausstellung fehlen und ihr Format etwas zu ausladend ist, um sich beim Pferdmieten im Urlaub mit ihnen zu legitimieren. An der Wand machen sie sich aber allemal gut, direkt unter den Advanced-Open-Water-Diver-Zertifikaten, den Anonyme-Alkoholiker-Zeugnissen oder dem Diplom für den Abschluss der KGB-Schläferagentenausbildung (wo hab ich das eigentlich her?). Abschließend muss ich festhalten, dass das mit Abstand das beste Faschingsfest war, das ich bisher erlebt habe. Hut ab. Confuse-a-Radar à la WildwestWednesday, August 23. 2006
Gestern besuchte ich Andreas, den Westerntrainer, in seinem neuen Trainingszentrum in Ilz. Da gibts eine absolut supershmoove riesige Halle (30x60m, wenn ich mich recht erinnere). In dieser Halle stellte ich meinen Galopp-Geschwindigkeitsrekord auf. Galoppiert ein Pferd laut FENA-Lehrbuch mit 15-20 km/h, so hatte ich das Gefühl, es müssten mindestens 40 sein (was wahrscheinlich nicht stimmt, aber es war ziemlich schnell).
Das brachte mich wieder dazu, an meine alte Idee zu denken, die ich schon beinahe wieder vergessen hatte: Sich auf einem galoppierenden Pferd von einer Radarbox blitzen zu lassen! Eigentlich müsste das möglich sein, obwohl die Stelle nicht leicht zu finden ist: Man kann nur auf weichem Untergrund galoppieren, also ist eine breite Bankette oder ein unbefestigter Beiweg neben der Straße erforderlich. Außerdem muss es sich um eine 30-er Zone handeln, und die Radarbox sollte ohne Toleranz oder noch besser mit "Negativtoleranz" (lässt an den Raum Mödling-Laxenburg denken) funktionieren. Bekanntlich erfeut sich die Polizei ja an Radarschnappschüssen wie jenem, den sie vor Jahren über das Internet verbreitete, auf dem sich unbekannte Personen von der Box auf der Nordbrückenrampe blitzen ließen - ohne Autokennzeichen, aber mit nackten Hinterteilen aus den Fenstern. Konsequenterweise wär jetzt ein Pferdehintern fällig.
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