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    <title>Mattos Blog - Alltägliches</title>
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    <description>Flauschfigurenparade</description>
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    <pubDate>Tue, 31 Aug 2010 09:20:53 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Mattos Blog - Alltägliches - Flauschfigurenparade</title>
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    <title>Wenn Branchenvertreter malen</title>
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Im &lt;a target=&quot;blank&quot; href=&quot;http://derstandard.at/1282978563475/Ab-September-Solarium-Verbot-fuer-Jugendliche-Mediziner-begruessen-Neuregelung&quot;&gt;Online-Standard&lt;/a&gt; wird berichtet, dass sich Minderjährige ab sofort nicht mehr im Solarium bräunen dürfen. Zitat aus dem Artikel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Während Ärzte die Vorgangsweise enthusiastisch begrüßen, malen Branchenvertreter den Teufel an die Wand: Ausbaden müsse die &lt;br /&gt;
Neuregelung das Solarium-Personal, meinte Solariumsbesitzer Johann Arsenovic. Vor allem in qualitativ hochwertigen und somit personalintensiven Studios werde es zu Kündigungen kommen. Gut geschulte Fachkräfte, die kompetent informieren, müssten um ihren Arbeitsplatz bangen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist sicher vom Standard zugespitzt formuliert, trotzdem hier meine Assoziation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Abschaffung der Todesstrafe: Während Menschenrechtler die Vorgangsweise enthusiastisch begrüßen, malen Branchenvertreter den Teufel an die Wand: Ausbaden müsse die Neuregelung das Exekutionspersonal, so Guillotinenservice-Betreiber Hanko Hasenreißer. Vor allem in qualitativ hochwertigen Betrieben werde es zu Kündigungen kommen. Gut geschulte Fachkräfte, die kompetent killen, müssten um ihren Arbeitsplatz bangen. Bei der gegenwärtigen Lage auf dem Arbeitsmarkt könne nur ein Teil des Personals umgeschult werden; neue Betätigungsfelder für die Henker seien vor allem Fleischhauer, Schwertkämpfer und Türsteher.&lt;/i&gt; 
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    <pubDate>Tue, 31 Aug 2010 11:20:53 +0200</pubDate>
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    <title>Die Bombe, die eine Spritze ist</title>
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            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Heute möchte ich zwei aktuelle Leserbriefe zum Thema Europäische Finanzkrise wiedergeben. In welchen Zeitungen sind sie wohl erschienen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;font-size: 11pt; margin-left: 20px;&quot;&gt;&lt;b&gt;1. Der „Fluch des Euro“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Tage des Euro, oder besser gesagt, der „Einheitswährung“, sind gezählt, wenn die derzeitige Krise anhält. Natürlich können wir weiterhin „mit ihm leben“: falls die einzelnen Mitgliedsstaaten es zustandebringen, ihre eigene „Wechselgebühr“ oder ihren eigenen nationalen Euro mit Wechselkurs einzuführen und wenn dann die Kurssteigerung oder -senkung die alleinige Entscheidung der Nationalbank des jeweiligen Landes ist.&lt;br /&gt;
Die Wechselkurse würden wiedererstehen – zwischen den verschiedenen Euros der EU-Länder. Der Euro würde somit umgewandelt in eine Nationalwährung, und Krisenländer könnten ihn auch abwerten. Gegen die Krise wäre es dann möglich, abzuwerten und dadurch die Exporte zu steigern. Momentan kann dieses Rezept nicht angewandt werden; vorrangiges Ziel ist der Euro als Einheitswährung durch die Neugestaltung der europäischen Wirtschaftsräume.&lt;br /&gt;
„Der Euro wurde geschaffen, um die Europäischen Völker in ein Wirtschaftsbündnis zu zwingen, damit sie später auch ein politisches Bündnis schließen. Von der Einheitswährung profitiert nur eine kleine Gruppe von Banken, die ein Oligopol bildet.“&lt;br /&gt;
Die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der einzelnen Staaten sind sehr verschieden, was natürlich Stabilität und Existenz einer Einheitswährung nicht fördert. Bisher hat die Einheitswährung nur zur wirtschaftlichen Destabilisierung der Eurozone beigetragen, zur Verbreiterung des Grabens zwischen armen und reichen Ländern. In der EU gibt es Wirtschaftsgebiete, deren einziges Interesse darin besteht, andere Länder als „Konsumenten“ zu betrachten, und das läuft in die gänzlich andere Richtung wie eine Dynamisierung der Wirtschaft kleiner Länder wie Portugal. Portugal kann doch nicht ausschließlich aus Dienstleistern und Konsumenten bestehen!&lt;br /&gt;
„Glaubt jemand, dass der finanzielle Aufwand zur „Rettung“ von Griechenland es ermöglicht, dass dessen Defizit in vier Jahren von vierzehn auf vier Prozent sinkt? Oder wird es, ganz im Gegenteil, passieren, dass die angekündigten Maßnahmen das Land in eine gesteigerte Rezession führen werden, welche das Land in seinen Schulden untergehen lassen wird? Die Lösung für Griechenland und die anderen Länder, die Schwierigkeiten haben, ist der Ausstieg aus dem Euro. Die Schulden können dann in nationale Währung umgerechnet werden, und diese kann dann in der Folge um etwa 30% abgewertet werden, was es erlauben würde, die Wirtschaft über die Exporte wieder in Schwung zu bringen.“&lt;br /&gt;
Das Rezept, das Deutschland bei Griechenland anwendet, schafft zuallererst ein „versklavtes Land“ mit reduzierten Löhnen; es ist ein Vorschlag zur Herstellung billiger Arbeitskräfte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;font-size: 11pt; margin-left: 20px;&quot;&gt;&lt;b&gt;2. Zukunft des Euro steht in den zwölf Sternen der EU-Flagge&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wie ein Rudel nervöser Hyänen tanzen die EU-Führer um das schwer verletzte Griechenland.&lt;br /&gt;
Auch die Börsianer und Anleger sind verunsichert – die Kurse rasseln in den Keller. Nun spannt Brüssel den Schutzschirm auf. Satte 750 Milliarden Euro.&lt;br /&gt;
Es erinnert an die USA vor einem Jahr: Wirtschaftskrise und wie verrückt wird Geld gedruckt und verliehen, um den Totalzusammenbruch hinauszuzögern, von Rettung kann keine Rede sein. Diese innereuropäische Geldbombe ist eine Beruhigungsspritze, die eine im Sterben liegende Wirtschaft, aufgebaut auf purem Kapitalismus nicht wiederbeleben kann.&lt;br /&gt;
Die Zukunft des Euro steht in den zwölf Sternen der EU-Flagge.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weit, so gut. Jetzt die Auflösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brief Nr. 2 ist, vielleicht entgegen Ihrem Dafürhalten, nicht aus der Krone, sondern aus dem Kurier (25.5.10). Der erste Brief stammt aus dem portugiesischen „Di&amp;aacute;rio de Noticias“ (23.5.10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zwei Erkenntnisse&lt;/b&gt; lassen sich aus diesem Vergleich ableiten: &lt;b&gt;Erstens&lt;/b&gt; das niedrige Niveau, auf dem in Österreich das Thema EU abgehandelt wird. Das merkt man erst, wenn man die Meldungen in den nationalen Medien vergleicht. Ein Leserbrief wie der mit den nervösen Hyänen, rasselnden Kellerkursen, einer Bombe, die eine Spritze ist usw. hätte tatsächlich einem NS-Organ entnommen sein können. Bitte verstehen Sie dies nicht nur als Floskel oder „Totschlagargument“, sondern lesen Sie wirklich einmal ein paar der „tieferen“ gleichgeschalteten Zeitungen aus der NS-Zeit. In einem demokratischen Medium von heute, noch dazu einem mit dem Anspruch einer „Qualitätszeitung“, hat so ein Machwerk nichts verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch gleich die &lt;b&gt;zweite Erkenntnis&lt;/b&gt;: Das niedrige Niveau unserer Presse. Sowohl Kurier wie auch das Di&amp;aacute;rio de Noticias verstehen sich als Qualitätszeitung mit populären Aspekten, wobei das Di&amp;aacute;rio diesen Anspruch erfüllt: Im Lokalteil erfährt man vom Hungerstreik eines Vaters, dessen Kind in der Schule ungerecht behandelt wurde sowie von den täglichen Verkehrsunfällen. Aber der ausgedehnte Politikteil und die Leserbriefseite (Titel: „Leserbriefe“) bieten ein intellektuell anspruchsvolles, aber auch allgemeinverständliches Niveau. Beim Kurier überschlägt man sich nicht mit qualitätsvollen Inhalten, sondern höchstens mit Kalauer- und Sprachbildhäufungen. Die Leserbriefseite trägt den Titel „Forum“, als ob ein Forum per Definition als Sprachrohr für Rabauken und Grobiane dienen müsste. (Auf dem Forum Romanum gab es wohl Auftritte der radikalen Tribunen, aber auch das Senatsgebäude.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich stimme ich mit den Schreibern der Briefe nicht überein; meine Ansichten sind weit europafreundlicher. Aber die Ideen des portugiesischen Lesers, J. Edgar Da Silva, sind konstruktiv und stellen ein vielleicht etwas utopisches, aber interessantes Gedankenexperiment dar, das Stoff für intelligente Sachdiskussionen bietet. Das Geschreibsel des österreichischen Lesers (da man in Österreich leider davon ausgehen muss, dass Leserbriefe stark entstellt abgedruckt werden, sei sein Name nicht erwähnt) hingegen macht höchstens Lust aufs Geifern: Jemand mit so einer Ausdrucksweise hat die tieferen Zusammenhänge wohl kaum kapiert und würde sich anderswo damit nicht in die Öffentlichkeit wagen. Bei uns wird er noch mit Seitenüberschrift besonders hervorgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den österreichischen Medien sind auch nur halbwegs intelligente EU-kritische Meinungen leider kaum zu finden. Dass dadurch auch die Pro-EU-Meinungen stetig an Qualität verlieren, ist die Konsequenz. In Ländern wie Portugal ist die Demokratie noch jung, und die staatlichen Einrichtungen dienen noch hauptsächlich direkt dem Volk (und nicht irgendwelchen Interessensvertretern, der Wirtschaft oder einem feschen Finanzminister und seinen Freunden). Dadurch verblüfft es, dass auch Vertreter der unteren Schichten politisch wesentlich besser gebildet sind. Wenn in manchen anderen Ländern Politiker korrupt werden, nehmen sie einen Batzen Geld und verschwinden damit auf Nimmerwiedersehen. Hierzulande hingegen halten und vermehren sie sich in der Politik und richten noch bei unseren Kindeskindern Schaden an. Hoffentlich überspringt Portugal diese bittere Episode. 
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    <pubDate>Thu, 27 May 2010 08:51:41 +0200</pubDate>
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    <title>Eine Welt der gigantischen Sinnlosigkeit - aus der Schulzeit</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/93-Eine-Welt-der-gigantischen-Sinnlosigkeit-aus-der-Schulzeit.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Zu Weihnachten habe ich im Blog versprochen, hier meine Anschauungen zum Schulwesen zu veröffentlichen. Seit ich selbst die Schule verlassen konnte, habe ich mir oft Gedanken gemacht, was daran gut oder schlecht war, und wie man den Unzulänglichkeiten begegnen sollte. Ich bin ja als unverbesserlicher Systemanalytiker der Meinung, man müsse das Schulsystem ändern, um, sagen wir so, die Optimierungspotenziale auszuschöpfen. Was meine ich damit? Dass meine Schulzeit orientierungs- und motivationslos war: Ein unmotiviertes Kind mit unmotivierten Lehrern in einem gut gemeinten, aber orientierungslos dahinwurschtelnden Schulsystem. In diesem Teil soll es um das Vergangene gehen, später folgen Abhilfevorschläge.&lt;br /&gt;
Wenn ich in meinen Texten Ausdrücke wie „beschränkt“ oder „bösartig“ verwende, dann nicht deshalb, weil ich so ein Rüpel bin, sondern weil ich finde, dass man die Dinge beim Namen nennen muss ohne dummes Herumreden. Jeden dieser Ausdrücke verwende ich vollkommen bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Gymnasium (in der Wiener Billrothstraße 73, damals 2. BG 19 genannt) war erst achtzehn Jahre alt und trotzdem schon ein Sanierungsfall. Heutzutage hätte man es vielleicht gleich wieder weggerissen, wie man es mit Bädern und Pensionistenheimen aus den 70-er Jahren zu machen pflegt, aber damals hat man offenbar beherzt und zuversichtlich in die Zukunft geblickt und gemeint: Ein 18 Jahre altes Gebäude kann man doch nicht abreißen! Wir warten erst ab, bis es zwanzig Jahre älter ist, und dann reißen wir es ab. Der Zeitgeist kam dazwischen: In den neunziger Jahren begannen hin und wieder Gelder für Renovierungsarbeiten durchzusickern; dadurch bekam die Schule etwa zeitgemäße Labors und mittlerweile sogar funktionierende Fenster. Die Lehrpläne sind leider immer noch praktisch dieselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es klingt, als sei dies die Geschichte über eine Jugend im Ostblock, dann liegt das daran, dass es in unserer Schule tatsächlich ostblockartig zugegangen ist. Mit diesem Begriff verbinden wir heute Mangelwirtschaft. Aber ich glaube heraushören zu können, dass das größere Problem der Menschen dort die Perspektivlosigkeit war, die aus einer selbstunzufriedenen, aber unreformierbaren Bürokratie resultierte, welche nur mehr sich selbst erhielt. Als unser Gymnasium neu war, gab es einen berühmten Direktor namens Sames. Warum war der berühmt? Weil er persönlich die schwänzenden Schüler aus dem benachbarten Cafe Amigo zu holen pflegte, hieß es. Das erinnert an diese Witzschilder, welche besagen: „Hier beleidigt der Chef Sie noch persönlich“ Der Nachfolger namens Wanka unterließ diese Dinge dankenswerterweise und wiederum dessen Nachfolger, Cejnek, interessierte sich mutmaßlich (hier wiedergegebene Gerüchte sind mit äußerster Vorsicht zu genießen) ohnehin nur für den Tennisplatz, der in die andere Richtung vom Cafe Amigo lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum gehts eigentlich in den Harry-Potter-Romanen? Ich meine: Worum geht es da wirklich? Was ist es, was den Zauber, den Suchtfaktor ausmacht? Serien mit Magiegeplänkel gibt es ja viele, sogar sehr gute, als Buch wie als Film. Die Geschichte von Harry Potter ist auch bei weitem nicht einzigartig: Das Herr-der-Ringe-Schema neu erzählt. Nein, das ist Nebensache. In Wirklichkeit geht es darum, dass Kinder als Erziehungsobjekte ständig nicht ernst genommen werden, obwohl sie recht haben, und von einem eigenartigen „Ministery of Magic“ sowie der Schulorganisation systematisch niedergehalten werden. Vom Minister über den Rektor bis zu den Familienmatronen machen alle den Kindern immer nur Vorschriften, man weist sie zurecht, korrigiert sie und belegt sie mit ungerechten Sanktionen. Obwohl sie aber als einzige klar sehen und das Weltgeschehen kapieren! Gerade die Wahrheit wollen die Erwachsenen nicht wissen. Das erinnert mich sehr an meine Schulzeit, nur dass da kein dramatisches Weltgeschehen gewesen wäre, das man als Kern des Übels ausmachen hätte können. Allerdings habe ich das Offensichtliche gesehen und zwar einiges, aber nicht alles einfach akzeptiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel: Dass es keinen Sinn ergibt, wenn man Sechzehnjährigen verbietet, freiwillig eine Fremdsprache zu lernen, obwohl im Haus ein nicht ausgebuchter Kurs ohnehin stattfindet, mit der Begründung: Der Kurs ist nur für die Schüler der nachfolgenden Jahrgänge gedacht, und diese – egal wie wenige – haben das Recht auf die volle Beanspruchung des Lehrers.&lt;br /&gt;
Oder dass ein ganzes Zimmer voller Schulwarte ein halbes Jahr nicht in der Lage ist, das Erbrochene eines Schülers in der Pausenhalle zu entfernen. Ob es danach einmal entfernt wurde, kann ich nicht sagen; man konnte es jedenfalls irgendwann nicht mehr erkennen. Die Schulwarte vertraten den Standpunkt: Die Schüler haben sich ihren Dreck selbst zu entfernen. Ihre Aufgabe, so vermute ich heute, sahen sie höchstens darin, ihren eigenen Dreck zu entfernen, wenn überhaupt; für anderes fühlten sie sich nicht zuständig. So absurd das heute klingt, damals betrachteten wir, die Schüler wie die Lehrer, es als Naturgesetz.&lt;br /&gt;
Das Schulgebäude war wie gesagt sehr heruntergekommen. Wenn wir das zur Sprache brachten, hieß es natürlich, no na, wenn die Schüler alles kaputtmachten, dann müsse es ja so aussehen. Dabei hatten wir ja gar nichts kaputtgemacht. Das begann erst, als uns mit den Jahren bewusst geworden war, dass wir unseren Alltag ohnehin auf einer Müllhalde verbrachten, was keiner ändern konnte. Wir zerlegten halbkaputte Kästen, bekritzelten die Tische und Wände und zerschnitten die Plastikvorhänge. Aber da wir uns nicht mehr darüber beschwerten, störte es auch sonst keinen, und es wurde nie mehr thematisiert. Einmal, in der Abschlussklasse, fragten wir den Zeichenlehrer, ob wir den völlig beschmierten Zeichensaal „künstlerisch gestalten“ durften. Wohlgemerkt, „wir“, das waren die sensationellerweise anwesenden 5-6 Schüler, die überhaupt noch im Zeichenunterricht erschienen. Der Zeichenlehrer hatte eine anarchistische Ader und erlaubte es. Die Schmieragen der anderen Schüler wurden daraufhin mit unseren neuen, etwas bunteren Schmieragen überdeckt. Dann geschah etwas Sensationelles. Ein Schulwart steckte seinen Kopf bei der Tür herein und bemerkte, dass Schüler auf den Wänden malten. Daraufhin eilte er zum Direktor, der zu unserem Erstaunen da war, die Gelegenheit witterte, einmal einen Auftritt zu machen, und im Zeichensaal erschien. Die wenigen verbliebenen Schüler, die eben noch nicht im Cafe saßen, wurden daraufhin zusammengeschimpft. Dieses Publikum genügte dem Direktor jedoch nicht, und so erschien er am nächsten Morgen in der Klasse und schimpfte weiter, nun auch auf jene, die nicht einmal im Zeichenunterricht anwesend waren und also auch keine Schuld haben konnten. Die Schüler verpflichteten sich, den Zeichensaal neu auszumalen und danach „ordentlich“ zu bemalen, denn prinzipiell, hieß es, hatte ja niemand etwas gegen eine künstlerische Ausgestaltung. Am Ende sah der Raum aus wie zuvor – mit „Schüttbildern“ und Grafitti –, aber der Direktor konnte zufrieden eine Rede über die wiederhergestellte Ordnung halten. Er hatte sich energisch durchgesetzt. Übrigens war die letzte TV-Wiederholung von „Kottan ermittelt“ mit dem ebenso durchsetzungsfähigen Polizeipräsidenten Pilch damals erst fünf Jahre her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder Schikurse: Damals gab es jährlich irgendeine Art Klassenfahrt, was heute mitunter als Luxus erscheint. Allerdings wurde damals alles noch nicht so luxuriös gehandhabt und gestaltet wie heute. Besonders beim Pädagogischen wurde deutlich gespart. Wenn da irgendwo am Gang ein Kandelaberglas zerbrochen war, wurde zur Denunziation aufgefordert (wobei ich bis heute meine Zweifel habe, dass jemand von uns daran überhaupt Schuld war; ich denke vielmehr, der Pensionsbesitzer wollte dem Schikursleiter auf die Schnelle fünfzig Schilling für die Reparatur rauswürgen), und als das nicht klappte, wurden alle vier Klassen interniert, das heißt, bis auf die Schistunden in der Pension eingesperrt. Heute würde man diese Bagage von Turnlehrern als mit der Situation überfordert bezeichnen, damals spielten sie sich in ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung und Blödheit dermaßen auf, dass selbst mitfahrende junge Sprachlehrer angewidert waren. Das verflixte Kandelaberglasproblem wurde dann so gelöst, dass ein Schüler vergattert wurde, von jedem zwanzig Schilling einzusammeln. Wenn ich mich recht erinnere, nahmen damals vier Klassen mit je 25 Schülern teil, somit kostete das dämliche Glas (Größe ca. 15x20 cm) zweitausend Schilling (145 Euro)! Transparenz war damals natürlich kein Thema. Vorsicht, bösartige Mutmaßung: Wenn der Pensionswirt vielleicht 200 Schilling bekommen hat, blieb noch Geld für 72 Viertel Wein über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, immer wenn ich auf das Schul-„Turnen“ zu sprechen komme (die offizelle Bezeichnung des Fachs lautete „Leibesübungen“, und so viel Spaß machte es auch), verdrehe ich die Augen, mache verzweifelte Gutturallaute und weiß nicht, wo ich mit dem Lästern anfangen soll. Hier habe ich meine größten Harry-Potter-Momente. Unser Unterstufenturnlehrer war Alkoholiker und in jeder Hinsicht vollkommen daneben. Immerhin zwang er uns nicht mit militärischem Drill und penetrantem Übereifer zu unseren Leistungen. Nein, wie fast alle Lehrer war auch er eine gescheiterte Existenz, und es war ihm alles einfach wurscht. Er versuchte seine Rolle als Turn- und Deutschlehrer einigermaßen zu spielen, aber es dürfte ihn sehr angewidert haben. Nach kürzester Zeit hatte er die Schüler fachmännisch-subjektiv in drei Gruppen unterteilt: Die, die ihm egal waren, dann zwei Maxeln, die Sportasse waren, und schließlich zwei Jammergestalten: die Unsportlichen. Seine Stundengestaltung war dementsprechend: Die Sportasse loben, die Jammergestalten traktieren und den Rest irgendwie unter Vermeidung populärer Sportarten beschäftigen. In einem Semester hatte er den Geistesblitz, Punkte für Leichtathletikleistungen zu notieren, als ob die sportliche Leistung im Schulturnen ein Notenbestandteil sein sollte (doch dazu später). Nach welchem System die Punkte vergeben wurden (Stichwort Transparenz), ging uns nichts an, und hin und wieder konnten wir dann Zwischenstände vernehmen wie „Sportass: 120 Punkte. Normalo: 87 Punkte. Jammergestalt: 12 Punkte“. Selbstverständlich wurde von Lehrerseite nicht im Geringsten daran gearbeitet, diese „Leistungen“ zu verbessern. Wer beim Kugelstoßen nicht über 15 Meter kam, war halt nicht dafür geboren und musste mit einer schlechten Note leben. Gerechter gehts ja eh nicht.&lt;br /&gt;
Erst in der Oberstufe wurde das besser. Der neue Lehrer – welcher übrigens auch nie auf Schikurse mitfuhr – war sympathisch, pflegte die Marotte, sich halbnackt auf der Wiese vor den Klassenzimmern zu sonnen und ließ uns tatsächlich unbehelligt. Wer noch immer sportinteressiert war, konnte sich einen Basketball schnappen und mit seinen Freunden spielen gehen. Wem der Sport schon ausgetrieben war, der durfte ins Kaffeehaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute achtzehn Jahre her, und bei aller Fairness: Die Schuld an meiner Unsportlichkeit gebe ich nach wie vor der Schule. Es ist keineswegs so, dass ich mich aus Faul- oder Sturheit vom Sport abgewandt hätte (und wenn schon – dagegen gibt es pädagogische Mittel). Wir haben in der Schule niemals etwas davon gehört, wozu man Sport überhaupt betreibt. Warum man eine Ausdauersportart betreibt, und wozu Muskeltraining, oder wie die richtige begleitende Ernährung aussieht. Wir haben nie in etwas reingeschnuppert, sind nie für etwas interessiert worden, was wir nicht kannten. Die Ideen, geeignetere Sportarten zu probieren, kamen von den Schülern (Basketball, Fußball, Laufen), nicht vom Lehrer (Kugelstoßen, Völkerball, Stangenklettern). Wenn eines der Sportasse so eine Idee hatte, wurde sie eventuell auch einmal umgesetzt. Dann spielten eben ein paar Schüler Fußball, und die Jammergestalten waren „Verteidiger“ und durften sich zwei Stunden lang abseits des Geschehens Witze erzählen, wofür sie aber natürlich auch keinen Einser erwarten durften. Bis mit vierzehn war ich übergewichtig und wollte unbedingt ein Sportler sein. Mit fünfzehn hatte ich einen Wachstumsschub, fand von selbst zu einer etwas besseren Ernährung, war das Übergewicht los und hatte mit dem Thema Sport abgeschlossen. Immer wenn ich heute dennoch welchen betreibe, bin ich stolz darauf, dass ich es trotz des entsprechenden „Unterrichts“ zehn Jahre nach der Matura geschafft habe, mich zu überwinden und damit anzufangen. Nur für Kugelstoßen, Leichtathletik und Teamsportarten bin ich noch immer nicht zu haben, das ist wohl ein für allemal vom Tisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gescheiterte Existenzen, die im System Unheil anrichten, und kein Korrektiv. Man möchte meinen, von Schülerseite wäre etwas unternommen worden. Leider gibt es da ein Dilemma, damals wie heute: Dass Schüler auf positive Noten angewiesen sind und die Matura bestehen müssen. Ansonsten wären wir natürlich auf die Barrikaden gestiegen (Sperrmüll hätte es in unserer Schule ja genügend gegeben), schließlich waren wir ja stürmische, leidenschaftliche Teenager. Nur es war so sinnlos! Gegen wen sollten wir denn überhaupt „kämpfen“? Gegen die Lehrer, die uns teilweise sogar leid taten? Der alkoholkranke Turnlehrer: So eine jämmerliche Erscheinung anzugreifen, wäre ja unsportlich gewesen. Manche meiner Kollegen meinten später, Personen wie die Chemielehrerin, die die halbe Zeit mit uns Kaffee trank, trügen die Schuld an der Misere. Aber keineswegs, meine ich. Natürlich hätten manche in unserer Klasse später im Studium ordentliche Chemiekenntnisse brauchen können. Aber eben nur ganz wenige, und dass den anderen das Ganze erspart wurde, ist finde ich kein Nachteil. Als alte Sozialistin brachte sie uns beim Kaffee im Chemiekammerl wenigstens politische Grundbildung bei, die zu vermitteln der eigentlich zuständige Lehrer, ein Hexen- und Freimaurerjäger sowie Bundesheerverehrer verabsäumt hatte. Nur wenige Lehrer waren wirklich Sadisten, aber nicht ständig, nicht zu allen und auf eine unterschwellige, sogar charmant-ironische Art, in etwa wie der Hauptmann Landa in „Inglourious Basterds“. Das bekamen nur jene zu spüren, die (oder deren Eltern?) irgendwie aufmuckten oder die tatsächlich nicht in der Lage waren, das zu lernen, was verlangt wurde. Nachhilfe gab es schon damals, aber wenn die auch nicht ausreichte, war es bei den sadistischeren Lehrern (die Minderzahl) schwer, durchzukommen. Dass ein Lehrer einmal bei seinen Methoden nachgebessert hätte (und unleserliche Kopien von Zeitschriftenartikeln waren damals bei uns schon der Gipfel der modernen Lehrmethoden) kam nie vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Lehrer suchten ihre persönliche Lösung darin, dass sie auf den Lehrplan pfiffen und einfach nur diskutierten. Als Gesprächspartner wählten sie dann die Handvoll politisch und philosophisch bereits extern gebildeter Schüler, die es in der Klasse gab, und der Rest wurde ignoriert, selbst bei Versuchen, konstruktiv mitzumachen. Viele von uns wären dafür zu gewinnen gewesen, sich einzubringen, dazu hätte es nur eines kleinen Bisschens pädagogischer Fähigkeit bedurft. Aber diese Lehrer hatten uns als nicht mehr zu retten eingestuft und wollten uns nicht mehr. Wieder ein Punkt fürs Cafe Amigo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich einbringen als Schüler, das wäre nötig gewesen. Aber nicht nur war es nicht gewünscht, es wurde auch aktiv verhindert. Dazu ein plakatives Beispiel: Als Erstklassler sollte ich im Lehrerzimmer etwas holen. Ich ging mit dem Lehrer mit. Aus der Klasse hinaus, über den Gang, in den Verwaltungstrakt, und hinter ihm ins Lehrerzimmer hinein. Sofort erhob sich ein Aufschrei: Ja, der geht ja gleich hinein! Sofort raus mit dir! Schüler dürfen nicht ins Lehrerzimmer! An dem Tag hatte ich gelernt: Egal wie unzweckmäßig oder blödsinnig, da durfte ein Schüler keinen Fuß hineinsetzen. Das Resultat war dementsprechend auch, dass immer Trauben von Schülern an der Lehrerzimmertür warteten und jene Lehrer, die zu ihrem Unglück die Tür passieren mussten, die Aufgabe hatten, ständig den Boten für im Zimmer befindliche Kollegen spielen zu müssen. Dabei fiel die Lehrerzimmertür ins Schloss und konnte ohnehin nur von Lehrern aufgesperrt werden, also hätten Schüler auch nie alleine drinnen sein können. Wie ernst genommen darf man sich als Schüler fühlen, wenn man nicht einmal auf normale Art und Weise mit den Lehrpersonen interagieren kann? Wenn nicht die fruchtbare Zusammenarbeit im Vordergrund steht, sondern irgendwelche Apartheidvorschriften?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab aber auch Formen einer „Schülervertretung“. Ich kann mich an zahnlose, sofort nach „Wahl“ ins System absorbierte Schulsprecher erinnern, die hin und wieder den Unterricht für irgendeine Verkündung unterbrechen durften und die man auch beschimpfen oder verspotten durfte, weshalb sie einigermaßen beliebt waren. Dann trat hin und wieder eine sozialistische Schülerorganisation in Erscheinung (AKS, Aktion kritischer Schüler), die wirklich total kritisch war und auch sehr sozialistisch, und dabei kein Anliegen vertrat, das an unserer Situation etwas verändert hätte. Einmal, in der siebenten oder achten Klasse, kamen auch Studenten in die Musikstunde, um uns Studienberatung zu geben. Diese Nieten predigten eine Viertelstunde lang, wie schwer es auf der Uni sei, wie „hart“ und dass man besser erst gar nicht hinginge, weil da müsse man aus einem gewissen Holz geschnitzt sein usw. Auf einmal hatte ich einen Harry-Potter-Anfall, stand auf und stellte die Frage, was denn der Zweck dieser Anti-Studienberatung sei und dass ich mich verarscht fühlte und angesichts dieser Frechheit ebensogut gleich ins Kaffeehaus gehen könnte, was ich daraufhin in die Tat umsetzte. Wurschtigkeit, Demotivation, Vermeidung jeglicher konstruktiver Aktion. Einmal gingen wir auf den Minoritenplatz vor dem Unterrichtsministerium demonstrieren. Wofür oder wogegen war egal, mangels irgendeiner politischer Vorbildung ging es natürlich nur um den freien Vormittag. (Dementsprechend fällt es mir heute noch schwer, demonstrierende Schüler ernst zu nehmen.) Als wir angehalten wurden zu skandieren: „Frau Minister, wir wollen unsere Zeugnisse!“, verweigerte ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklicherweise war ich kein schlechter Schüler. Deswegen konnte ich, sobald ich erkannt hatte, dass die Schule völlig sinnlos war, es mir leisten, nur mehr selektiv hinzugehen. Die übrige Zeit verbrachte ich im Kaffeehaus oder mit der Freundin, was ich beides noch heute grundvernünftig finde. Ein Notendurchschnitt von zwei komma irgendwas war schon Plansollübererfüllung, und man wurde gottlob in Ruhe gelassen. In Deutsch hatte ich heraußen, was der Lehrer lesen wollte, und die Sprache beherrschte ich hinreichend, womit ich ein Einser-Abo hatte. Praktischerweise gab es immer ein freies Thema zur Wahl, und so war ich nicht einmal angehalten, mich mit der Literatur zu befassen. Wenn ich meine Schularbeiten von damals heute lese, graut mir angesichts der Plattitüden und formalargumentativen Pflichtübungen (sozialkritisch sein! rhetorische Fragen stellen! Aufbau beachten! mit „...“ schließen!), die damals jedoch bewundert und beklatscht wurden. Vielleicht veröffentliche ich einmal so einen Text im Web, im Fall einer sadomasochistischen Anwandlung.&lt;br /&gt;
Jedenfalls wurde ich im Großen und Ganzen in Ruhe gelassen, nur in Latein hatten wir einen Sadisten, der aber glücklicherweise soziointellektuell ziemlich beschränkt war und bei aller Bosheit zu dumm, um die einfachsten Finten seiner Schüler zu durchschauen – nein, da war die geistige Arbeit gegen die kommunistisch-freimaurerisch-hexerische Weltverschwörung und die dazugehörigen konspirativen Treffen mit Bundesheeroffizieren (leider vormittags im Cafe Amigo!) viel wichtiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Englischlehrerin konnte ziemlich boshaft sein, wenn jemand nicht nach ihrer Pfeife tanzte, und bei ihr musste man auch immer Angst vor der Stundenwiederholung haben, aber immerhin hatte man bei ihr die Möglichkeit, tatsächlich etwas zu lernen. In Mathematik war das leider nicht der Fall, denn Mathematik zu lernen war auf Grundlage des gebotenen Unterrichts selbst bei Interesse und Talent praktisch unmöglich. Die Aufgaben in den Schularbeiten hatten kaum je etwas mit dem zu tun, was in den Schulstunden geübt worden war, und das völlig veraltete Lehrbuch diente nur als Aufgabensammlung. Selbst die Aufgaben aus dem Mathematikbuch unterschieden sich deutlich von jenen, die wir in der Stunde rechneten. Wenn man nicht zu den Mathematik-Naturtalenten gehörte (davon hatten wir in der Klasse zwei), hatte man ergo keine Chance auf eine positive Note, und deshalb wurden die positiven Noten auch freihändig vergeben. Ich war der Lehrerin aus irgendeinem Grund sympathisch, vermutlich weil meine Eltern sich auf dem Sprechtag immer verständnisvoll und dem Unterricht gegenüber unkritisch zeigten. Ein beliebter Spruch der Mathematiklehrerin war „Anzahl der Schüler halbe plus eins, das ist meine Formel für die [Anzahl der positiven] Schularbeiten“, denn eine Schularbeit zu wiederholen kam nicht in Frage, und das wäre erforderlich gewesen, wenn mehr als die Hälfte negativ gewesen wäre. Dabei war die Lehrerin menschlich nicht übel, ihr Charme war wienerisch-herb, und sie war weder so beschränkt wie der Lateinlehrer noch so feige wie die Französischlehrerin, die die Klassenfahrt platzen ließ, weil sie sich mit uns nicht zu verreisen traute. Die Mathelehrerin hatte nur keinerlei Ahnung von Didaktik und Pädagogik (das war auch nicht Bestandteil ihres Studiums gewesen, und ein Korrektiv gab es im System ja nicht) und im Übrigen ihren persönlichen Weg des geringsten Widerstands gefunden.&lt;br /&gt;
Die mutlose Französischlehrerin, die wir zugegebenermaßen am Anfang auch ziemlich böse verhöhnt haben (Darstellung mit übertrieben großem behaartem Kinn), obwohl sie zu Beginn nicht unmotiviert war und sogar als sexy galt, hat sich dann bei der mündlichen Matura bei mir revanchiert, als sie mir aufgrund meiner schlechten Aussprache eine unnötig schlechte Note gegeben hat. Weder hatte sie mit mir je an der Aussprache gearbeitet noch hat sie bei der Prüfung in Betracht gezogen, dass ohnehin kein einziges Mitglied der Maturakommission Französisch beherrschte. Hemmungen, Französisch zu sprechen (obwohl ich es flüssig könnte) habe ich noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist eine Bekannte von mir Lehrerin an dieser Schule, und es hat sich ihr zufolge „alles verändert“. Weder das Apartheid-Lehrerzimmer, die Schulwartsituation noch die meisten anderen exemplarisch angeführten Missstände bestehen noch. Natürlich gibt es andere Probleme, aber in diese habe ich wenig Einblick. Ich habe den Eindruck, eine extreme Schulzeit, nicht ganz so gestrig wie bei Schüler Gerber, sondern eher wie eine Mischung aus Laissez-faire und Selbstaufgabe der Beteiligten, also eine Art psychologisches Experiment, erlebt zu haben. Bei uns gab es zumindest in der Oberstufe kein Mobbing, und auch mit dem System konnte man sich arrangieren. Aber die immer wieder erlebte gigantische Sinnlosigkeit hat in mir eine Abscheu vor sämtlichen ineffizienten und unveränderbaren bürokratischen Systemen erzeugt. Wenn einer von mir verlangt, dass ich etwas besser mache, tu ich das mit dem größten Vergnügen. Das unterscheidet meine Welt von heute von der während der Schulzeit: Man hat hin und wieder auch die Gelegenheit, etwas zum Besseren zu verändern. Selten, aber doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Übrigen bin ich der Meinung, eine Gesamtschule in der Qualität, wie sie zB in Finnland besteht, wäre die allerbeste Kur für unser Bildungssystem. Dass es hier wieder nur zu halbgaren Kompromissen kommen wird (wie in Deutschland), ist leider zu erwarten. Trotzdem wäre die Gesamtschule allemal besser als das aktuelle System aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Beitrag gehts um die Universität. Auch keine angenehme Kost, aber mit gutem Ausgang. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu,  6 May 2010 12:29:31 +0200</pubDate>
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    <title>Fordernder Zauber</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/92-Fordernder-Zauber.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    &lt;img style=&quot;border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/herzln.jpg&quot; alt=&quot;Herzln&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt bei Obi: Herzerln mit aufgedruckter Babelfish-Übersetzung eines tiefsinnigen Spruchs! Der ganze fordernde Zauber kostet jetzt nur 1,99 Euro, Dass-Fehler gratis! 
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    <pubDate>Wed, 28 Apr 2010 17:25:23 +0200</pubDate>
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    <title>Heifisch warum?</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/90-Heifisch-warum.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    Nach den bereits ziemlich vielen politischen No-Na-Fragen, die hier neulich abgehandelt wurden, noch ein paar Worte zur Bundespräsidentenwahl. Als ich heute die Wahlkarte geholt habe und den Stimmzettel gesehen habe, musste ich wieder einmal staunen, mit welcher Selbstverständlichkeit Namen wie „DR. RUDOLF GEHRING“ oder „BARBARA ROSENKRANZ“ in einem Zug mit jenem des amtierenden Präsidenten nicht nur genannt, sondern geradezu mit diesem auf eine Stufe gestellt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer sind diese Leute? Eine der Personen hat, nur als Beispiel für ihr mutmaßliches Wirken, laut Profil vor zwei Jahren eine deutschnationale Sonnwendfeier auf der Windischalm besucht, bei der den Darstellungen im Profil nach das Gesangsbuch der SS rauf- und runtergesungen wurde. Die andere Person vertritt einen offenen Zugang zu den gesellschaftlichen Werten des Mittelalters, sonst aber auch schon nichts. Diese beiden Scherzfiguren treten jetzt gegen einen Heinz Fischer an? Das muss man erst einmal begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die ÖVP, die ja mangels Erfolgsaussichten keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, kann sich jetzt nicht durchringen, zu verstehen zu geben: „Ja mei, wir wollten halt keinen aufstellen. Da man aber einerseits als guter Demokrat natürlich gültig wählen muss und andererseits sonst nix Nennenswertes zur Wahl steht, werden wir halt alle den Fischer wählen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat sich Fischer das verdient? Dazu die Frage: Was sind die Aufgaben eines Bundespräsidenten in Österreich? Antwort: Erstens repräsentieren. Dazu brauchts nicht viel, man sollte nur im Anzug halbwegs was hermachen, beim Essen nicht sabbern, zusammenhängend reden können, eventuell  noch die Grundprinzipien der Diplomatie durchschauen und, äh, ja, nicht vor laufender Kamera das SS-Gesangsbuch rauf- und runterzusingen pflegen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur zweiten Aufgabe: Der Bundespräsident dient bei uns als Regulativ. Er kann die Gesetze, die der Nationalrat ihm vorlegt, unterschreiben oder auch nicht. Und womit? Mit Recht! Denn er wurde direkt vom Volk aufgrund seines Charakters und seiner Einstellung persönlich gewählt. Zudem kann er die Regierungsbildung steuernd beeinflussen, indem er einen gewissen Rahmen vorgibt, was geht und was er nicht mehr toleriert. Beides hat er bereits in tadelloser Manier ausgeübt. Wenn er zusätzlich hin und wieder etwas linkslastige Meinungen zum Besten gibt, soll man ihm das nicht übel nehmen, denn immerhin wurde er ja seinerzeit offen von der SPÖ aufgestellt und wurde vom Volk auch im vollen Bewusstsein, dass er ein Linker ist, gewählt. Auch wenn er weniger Sprachen beherrschte als die Gegenkandidatin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend: Kann man was anderes als Fischer wählen? - Nur wenn man auf die Demokratie pfeift. Hat sich Fischer das auch verdient, dass man ihn wählt? Ja. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 21 Apr 2010 16:12:29 +0200</pubDate>
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    <title>Waaah! Das Ipad! Total uninteressant!!!</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/91-Waaah!-Das-Ipad!-Total-uninteressant!!!.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    Das Ipad hier, das Ipad da, trara-trallala!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schon wieder ein Gerät von Apple, an dem sich die Flamewars entzünden! Bei der Präsentation trompeteten die Medien: Hurra! Die Internetrevolution! Danach donnerte es: Buuh! Nicht einmal einen USB-Anschluss, und auch mit der optionalen Tastatur fühlt es sich keineswegs wie ein MacBook an! Prompt hieß es aus dem Falter dazu: Das „iFad“ ist in Wirklichkeit ganz uninteressant. Illustration: Gelangweiltes Meerschweinchen. (Dazu muss man wissen, dass der Falter Internet mit Meerschweinchen assoziiert, in der Art wie man üblicherweise, sagen wir, Radiosender mit Rentieren verbindet. Zumindest bei uns im Pongau.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Aber was ist das Ipad überhaupt?&lt;/b&gt; Antwort: Ein Tablett-Computer zum bequemen Lesen im Internet oder in E-Books, der sich wie das bereits seit Jahren bewährte Iphone bedienen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer ist die Zielgruppe?&lt;/b&gt; Leute, die sich gern bequem wo hinlümmeln und ohne große Umstände im Internet oder in E-Books lesen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer ist die Zielgruppe nicht?&lt;/b&gt; Romanautoren, Grafikdesigner, CAD-Konstrukteure, Videocutter und alle Personen, die beim Begriff „Internet“ an Meerschweinchen denken.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wird sich Matto ein Ipad kaufen?&lt;/b&gt; Nein, weil Matto ein ziemlich neues Netbook hat, mit dem es sich auch einigermaßen kommod im Lümmeln websurfen lässt, und das Ipad auch recht teuer ist.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wird Matto jetzt mit den Kürbissen vom letzten Jahr jene Leute bewerfen, die sich ein Ipad kaufen wollen?&lt;/b&gt; - Nein, dazu ist Matto viel zu tolerant. Wobei sich natürlich schon die Frage stellt, wohin mit den vielen Kürbissen, die vom letzten Jahr übergeblieben sind ... Vielleicht der Nachbarin bringen für ihre Meerschweinchen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 21 Apr 2010 15:11:00 +0200</pubDate>
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    <title>Das Wiener Stadt-Mitmach-Spiel</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/89-Das-Wiener-Stadt-Mitmach-Spiel.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    Österreichische Politik – und also auch Wiener Stadtpolitik – folgt seit langem dem Motto „Dilletantismus auf hohem Niveau“: Obwohl es uns eigentlich gut geht oder eigentlich eh alles ganz in Ordnung ist, gibt es immer wieder extrem ärgerliche Schlampereien, Gaunereien, Missstände, die verhindern dass wir erstens unser Potenzial voll ausschöpfen und zweitens unseren in Zahlen gemessen hohen Rang im internationalen Vergleich auch richtig auskosten können. Die einen reagieren darauf, indem sie befinden: „Hauptsache wir hungern nicht, sind frei und können 378 Kabelkanäle empfangen. Wer glaubt, er muss sich wegen Kleinigkeiten beschweren, ist ein notorischer Raunzer.“ Die anderen sind der Meinung: „Österreich ist das fünftreichste Land der Welt. Wieso werden bestimmte vergleichsweise kleine Missstände denn nicht endlich behoben? Ist das vielleicht zuviel verlangt?“ Ich gebe zu, dass ich mich zu den Letzteren zähle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sinne des „Dilletantismus auf hohem Niveau“, Unterkategorie „Wir machen etwas ein bisschen richtig“ verstehe ich die Wiener Volksbefragung im Februar 2010. Positiv daran ist eindeutig, dass die Stadtregierung bereit ist, sich in gewissen Fragen zu bewegen. Normalerweise ist eine Idee automatisch gestorben, sobald der politische Gegner sie auch nur ansatzweise gutheißt. Diesmal lässt man „das Volk entscheiden“ - über Fragen, die nach unserem politischen System klar in die Zuständigkeit der vom Souverän damit beauftragten politischen Repräsentanten fallen, Stichwort „indirekte Demokratie“. Direkte Demokratie wird in wenigen Ländern praktiziert, und zwar aus dem guten Grund, dass es nicht zur Aufgabe jedes Bürgers gemacht werden kann, über alle politisch zu entscheidenden Themen selbst bestens bescheid zu wissen. Kommt es dennoch zu direkter Volksentscheidung, ist diese logischerweise kaum sachlich fundiert und oft von Medien oder Populisten diktiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige lästige Themen, mit denen vor allem die Opposition die Stadtverwaltung in letzter Zeit gequält hat, will die Wiener SPÖ sich nun elegant vor der Wahl vom Hals schaffen und sich dann auch noch mit ihrer Weisheit rühmen, das Volk selbst entscheiden lassen zu haben, wogegen kein Oppositioneller sich trauen wird etwas zu sagen. Im letzten Falter haben verschiedene Redakteure ihre Wahlempfehlungen abgegeben und diese nur teilweise sachgerecht (teils sogar widersprüchlich) begründet. Dass ich nur mit zwei der fünf Empfehlungen übereinstimme, hat mich überrascht. Drum hier ein Versuch der Darstellung meiner eigenen Wahl und der Beweggründe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) „Im Jahr 2000 wurde durch den Bundesgesetzgeber die Möglichkeit abgeschafft, Hausbesorger/innen anzustellen. Eine bundesgesetzliche Neuregelung ist seither nicht zustande gekommen. &lt;b&gt;Sind Sie dafür, dass in Wien die Möglichkeit geschaffen wird, neue Hausbesorger/innen (mit modernem Berufsbild) einzustellen?&lt;/b&gt;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falsche Frage. Die schwarzblaue Regierung hat vieles verbrochen, dieses aber nicht. Es wurde lediglich ein veraltetes, überregulierendes Gesetz gestrichen. Nach diesem Gesetz konnte beispielsweise eine Hausgemeinschaft einen einmal aufgenommenen Hausmeister nicht mehr loswerden. Perfekt dargelegt von Alexander Hofmann im Standard (29.1.): „Die Dienstwohnung wurde nicht selten als günstiger Zweitwohnsitz betrachtet. War der Hausbesorger krank, konnte er die Kosten für seinen Vertreter zusätzlich verrechnen. Der Vertreter war meist ein naher Angehöriger und die Krankenstände haben sich gehäuft.“ Das war tatsächlich Usus. Selbst erlebt. Und: „Wollten Wohnungseigentümer ihren Hausbesorger &#039;loswerden&#039;, mussten sie sich entwürdigenden gerichtlichen Nachprüfungen, wie sie ihr Haus selbst putzen würden, unterziehen.“  Ein Gesetz vom Schlag der k.u.k. Dienstbotenverordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf man heute keine Hausmeister mehr anstellen? Aber ja! Nur halt nach den geltenden Arbeitsbestimmungen. Die Wiener SPÖ hat eine Menge Gemeindewohnungen zu betreuen. Ein Gesetz, das sie von einigen der lästigen Arbeitnehmerschutzverpflichtungen befreit, wäre natürlich praktisch. Doch seit geraumer Zeit gibt es hiefür ein Zaubermittel: Es nennt sich „Kollektivvertrag“. &lt;br /&gt;
Ein Bundesgesetz ist der falsche Weg. Und ein Wiener Landesgesetz schon überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) „Internationale Studien zeigen, dass die Ganztagsschule der entscheidende Erfolgsfaktor für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie darstellt sowie das Bildungsniveau der Bevölkerung deutlich hebt. &lt;b&gt;Sind Sie für ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen in Wien?&lt;/b&gt;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon, dass im Vorteil ist, wer den Akkusativ beherrscht („der entscheidende Erfolgsfaktor [...] darstellt“), handelt es sich hier um ein klassisches Beispiel für eine Frage, die ein normaler Bürger nicht fundiert beantworten kann. Und wenn ich keine Schulkinder habe oder keine mehr haben werde, wieso sollte ich dann mit Ja stimmen? Wieso sollte es mich denn dann überhaupt interessieren? Eine auf höherer politischer Ebene zu treffende No-na-Entscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) „Einige Großstädte (z.B. London, Stockholm) haben zur Bewältigung des innerstädtischen Verkehrs eine Einfahrtsgebühr für das Stadtzentrum eingeführt (Citymaut). In Wien konnte durch die Verkehrspolitik (Ausbau öffentlicher Verkehr, Parkraumbewirtschaftung, Wohnsammelgaragen, Ausbau Radwegenetz) in den letzten Jahren der Autoverkehr in der Stadt deutlich reduziert werden. &lt;b&gt;Soll in Wien eine Citymaut eingeführt werden?&lt;/b&gt;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Citymaut hat, wie teilweise auch die flächendeckende Kurzparkzone, einen ganz gravierenden Makel: Sie ist sozial nicht verträglich, nicht fair. Wenn die Citymaut niedrig ist, fährt jeder trotzdem in die Stadt. Wenn sie hoch ist, fahren nur diejenigen in die Stadt, die mit dem Betrag kein Problem haben. Das heißt, dass hier ein Privileg für Begüterte geschaffen wird. Warum bei uns ausgerechnet die linken Parteien das propagieren, ist mir unbegreiflich. „Aber da kann man doch sozial verträglich differenzieren!“, wird gerufen. Aua! Wann bitte hat man so etwas bei uns denn je tatsächlich gemacht? Jeder gelernte Österreicher weiß: Wenn ein Paket aus Belastung und Entlastung geplant ist, wird IMMER nur der Belastungsteil umgesetzt. IMMER. Keine Ausnahme. Irgendetwas anderes zu erwarten ist naiv. Das ist auch der Grund, warum die Österreicher zur Abschaffung einer Steuer IMMER SOFORT reflexartig „ja“ sagen, und wenns die Schenkungssteuer ist, die fast niemanden betrifft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) „In Wien fahren täglich Nachtbusse von 0.30 bis 5.00 Uhr. Ein 24-Stunden-U-Bahn-Betrieb am Wochenende (Freitag und Samstag) kostet pro Jahr 5 Millionen Euro und bewirkt veränderte Fahrtrouten der Nachtbusse am Wochenende. &lt;b&gt;Sind Sie dafür, dass die U-Bahn am Wochenende auch in der Nacht fährt?&lt;/b&gt;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einschlägigen Diskussionsforen sind die fachlich versierten Mitglieder wegen dieses Themas am Kochen. Denn um das Geld für die Nacht-U-Bahn kann man das Nachtbusnetz auf einem luxuriösen Niveau betreiben. Man könnte es auf ein Zehn-Minuten-Intervall verdichten, Schnellbuslinien einführen, Linien nach Niederösterreich verlängern. Stattdessen wird wieder die U-Bahn propagiert. Die U-Bahn (und neben ihr höchstens noch ein bisschen die Straßenbahn) ist das einzige Verkehrsmittel, das die Wiener wirklich ernst nehmen. Der Grund ist, dass die durch sie nach und nach überradikal ersetzte Straßenbahn in Wien seit jeher auf so niedrigem Niveau betrieben wurde, dass die U-Bahn als Gottesgeschenk wirken musste. Aber normal ist es nicht, was in Wien abläuft: Zum Beispiel wäre die Linie 25, die einst Ringrund-Praterstern-Reichsbrücke-Kagran-Leopoldau fuhr, und das größtenteils auf eigenem Gleiskörper, anderswo niemals durch die U1 ersetzt worden. Wozu denn eine ohnehin auf eigenem Gleiskörper fahrende Bahn durch eine andere Bahn ersetzen? In Wien ist das erklärbar: Weil die Straßenbahn hierzuort viel zu schlampig und unattraktiv betrieben wurde. Schuld daran: Die Allmacht der Gewerkschaft und die reformresistente Beamtenmentalität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dreißig Jahren U-Bahn ist nun fast jeder Wiener der Meinung, nur mit einer U-Bahn käme man ordentlich weiter. Die Wiener Spezialität dabei ist, dass es &lt;i&gt;für Wien&lt;/i&gt; de facto leider auch weitgehend stimmt. Um Alternativen zu bieten, müsste man das Oberflächennetz erst einmal (wieder) ordentlich ausbauen und vernünftig betreiben. Ideal wäre für Wien in der Nacht ein ausgedünntes Tagverkehrsnetz mit hohem Straßenbahnanteil (denn die Straßenbahn ist einigermaßen akzeptiert und viel billiger als die U-Bahn). Entscheidend für die Akzeptanz ist auch, dass man sich ohne großes Studium von Fahrplänen auskennt: Die U-Bahn-Linien hat immerhin jeder im Kopf. Da das Idealnetz aber für Wien vollkommen unerreichbar ist, nehme ich lieber den Spatz in der Hand; denn wenn ich auf die ordentliche Lösung warte, bin ich danach mit Sicherheit schon zu alt für nächtliche Ausflüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die U-Bahn nachts natürlich nicht im 5-Minuten-Intervall fahren wird und unter der Woche (wenn es keine Nacht-U-Bahn gibt) ein anderes Nachtbusnetz betrieben werden wird als am Wochenende (wo es die Nacht-U-Bahn ergänzt): In meinen Augen ist, Utopien beiseite, die Nacht-U-Bahn die bessere Alternative zu den Nachtbussen (deren voll ausgelastete Linien ohnehin parallel zu den U-Bahn-Linien führen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) „Seit 2006 wird in Wien ein freiwilliger Hundeführschein angeboten. Der Hundeführschein ist eine fundierte Ausbildung für Hundehalter/innen, bei welcher der richtige Umgang mit Hunden gelehrt wird. Bei der Prüfung müssen Hundehalter/innen zeigen, dass sie den Hund auch in schwierigen Situationen im Griff haben. &lt;b&gt;Sind Sie dafür, dass es in Wien für sogenannte &quot;Kampfhunde&quot; einen verpflichtenden Hundeführschein geben soll?&lt;/b&gt;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Hund hat Raubtierinstinkte. Jeder Hund sollte als Hund gehalten werden und nicht von Ahnungslosen, die ihn als Menschersatz oder Schmusetier sehen. Wenn ich ernsthaft reiten will, muss ich das Westernreitzertifikat oder den Pferdepass machen. Dazu gehört selbstverständlich eine Prüfung über richtige Pferdehaltung, Sozialverhalten von Pferden, Erkennen von Pferdekrankheiten, Risikovermeidung im Umgang mit Pferden und dergleichen. Das Pferd ist ein gefährlich großes Tier, aber im Gegensatz zum Hund kein Raubtier. Wer ein Raubtier hält, sollte zumindest eine so simple Prüfung wie den Hundeführerschein abgelegt haben. Jeder Hundehalter, für jeden Hund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tierschutzverein teilt meine Ansicht, aber meint: Ganz oder gar nicht! Und ist deswegen dagegen. Für mich ist die vorgeschlagene Maßnahme hingegen ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Genauso hätten sie statt mit Kampfhunden bei Collies oder Bernhardinern anfangen können. Es gilt ein pragmatisches: Na wenigstens a bisslwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zusammenfassend:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Neues Hausbesorgergesetz? - Falter ja, Matto nein.&lt;br /&gt;
2. Ganztagsschulen? - Falter ja, Matto ja.&lt;br /&gt;
3. Citymaut? - Falter ja, Matto nein.&lt;br /&gt;
4. Nacht-U-Bahn? - Falter ja, Matto ja.&lt;br /&gt;
5. Hundeführerschein? - Falter nein, Matto ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.wien.gv.at/wahlinfo/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Info von der Stadt Wien&lt;/a&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed,  3 Feb 2010 09:21:02 +0100</pubDate>
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    <title>Wie interessant sind Lebensmittel?</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/88-Wie-interessant-sind-Lebensmittel.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    &lt;img width=&#039;722&#039; height=&#039;141&#039; style=&quot;border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/Lebensmittel.png&quot; alt=&quot;Umfrage&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gar keine leichte Frage!&lt;br /&gt;
Aber immerhin wird das Gedächtnis aufgefrischt, indem Beispiele gegeben werden. Besonders während einer Diät kann das notwendig sein. 
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    <pubDate>Sun, 31 Jan 2010 14:08:58 +0100</pubDate>
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    <title>Zielkonflikt auf der Wii</title>
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            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Seit einem Monat trainiere ich mit Wii Fit (das ist ein Fitnessprogramm für die Wii-Spielkonsole). Beim ersten Verwenden habe ich mir das Ziel gesetzt, soundso viel Kilo zu verlieren. Nun habe ich das Ziel erreicht, was übrigens mit einer saublöden Meldung der Art „Bei der Geschwindigkeit mache ich mir Sorgen um deine Gesundheit“ quittiert wurde. Dann wurde ich aufgefordert, ein neues Ziel einzustellen. Was geb ich also ein: „2 Kilo“ in „2 Wochen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das war schon falsch! Ich hätte nämlich den &lt;i&gt;anderen&lt;/i&gt;, unteren Pfeilbutton klicken sollen, um einzustellen: MINUS 2 Kilo in 2 Wochen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt mahnt mich das Programm täglich, endlich was dafür zu tun, zwei Kilo zuzunehmen. Wie mach ich das mit einem Abnehmprogramm? Soll ich vielleicht beim Boxen Hamburger mampfen? Und wer glaubt, man kann die Zieleinstellung ändern: Kann man nicht. &lt;b&gt;Nein, man kann das nicht.&lt;/b&gt; Definitiv nicht! Erst kurz vor Fristablauf, wenn dich das Programm fragt. Sonst nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei aller Liebe zu Wii Fit: Das ist nun wirklich der blödeste Designfehler, der mir im Bereich Software seit Jahren untergekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Ergänzung 21.4.: Ich glaube, es funktioniert so: Man wird im Wochenrhythmus gefragt, ob man das Ziel ändern will, aber nur, wenn es zu dem Zeitpunkt unwahrscheinlich ist, dass man es schafft.] 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 26 Jan 2010 16:38:36 +0100</pubDate>
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    <title>Produkt der Saison</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/86-Produkt-der-Saison.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    &lt;img style=&quot;border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/KO.jpg&quot; alt=&quot;ohne Worte&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ohne Worte 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 19 Jan 2010 22:36:37 +0100</pubDate>
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    <title>Man sieht sich an Ort und Stelle</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/85-Man-sieht-sich-an-Ort-und-Stelle.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    Jahr 3 der Wirtschaftskrise. Die Aussendungen unserer Gemeinde nehmen einen immer bizarreren Charakter an. Diesmal werden wir zu einer Spatenstichfeier eingeladen: An einem unbekannten Ort, in gar nicht allzulanger Zeit ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/Spatenstichfeier.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Das Flugblatt als Download&lt;/a&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 18 Jan 2010 12:36:17 +0100</pubDate>
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    <title>Androhungen für 2010</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/84-Androhungen-fuer-2010.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Manche Ideen für Blog-Artikel habe ich schon seit längerem, und nun nehme ich mir offiziell vor, diese Artikel 2010 tatsächlich zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bildungs-Mehrteiler&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Warum die Schule so schlecht ist und im Fall der von mir besuchten sogar ganze Jahre dermaßen sinnlos waren, dass ich es bis heute nicht bereue, 40% der Stunden in der Oberstufe im Cafe verbracht zu haben&lt;br /&gt;
2. Wie könnte eine Schule aussehen, die gut ist?&lt;br /&gt;
3. Die gute Seite des Bologna-Prozesses: Dass er nämlich dem österreichischen Verwaltungsschlendrian auf der Uni einen Riegel vorschiebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4.) Und wenn ich vom WU-Alumni-Club im neuen Jahr wieder so eine schreckliche &quot;WU.Alumni.News&quot;-Zeitung zugeschickt bekomme, und wenn diese Zeitung sich dann noch immer als Zentralorgan für Bullshit-Bingo versteht, werde ich sie einmal nach Strich und Faden durchrezensieren. Heute hab ich ein Huhn zum Tierarzt gebracht und die Alumnizeitung in die Transportkiste gebreitet. Das Huhn ist unterwegs gestorben und der Großteil der Alumni-News ist dahin, ansonsten würde ich meine kritische Würdigung wohl sofort verfassen. Ich meine, da gibts Überschriften wie &quot;Meet the Rektor&quot; oder &quot;WU-Alumni-Club: Ein nachhaltiges System&quot; oder &quot;WU Career Talks: Let&#039;s talk about your career!&quot;. Aber assez! Später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Minderheitenrechte&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Beispiel: Es gibt jetzt eine Art Homoehe, die meisten scheinen das auch zu befürworten, aber die wenigsten blicken durch, wozu man überhaupt für Menschen, die weniger als 50% der Bevölkerung ausmachen, &lt;i&gt;irgendetwas&lt;/i&gt; tut. Wenn die Mehrheit die Minderheit überstimmt, dann ist das doch Demokratie, oder? Oder eben nicht.&lt;br /&gt;
Anderes Beispiel: Ein Erntedankfest im Kindergarten tut doch niemandem weh, oder? Von der praktischen Anwendung der Religionsfreiheit. Ist Atheismus eine Religion? Sind Agnostiker die weniger wilde Variante der Atheisten, oder ist die Unterscheidung eh Augenauswischerei? Vorsicht, meine Antworten &lt;i&gt;könnten&lt;/i&gt; lauten: &quot;doch&quot;, &quot;ja&quot;, &quot;ja&quot;! Aber lasst euch überraschen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 26 Dec 2009 17:31:32 +0100</pubDate>
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    <title>Die Do-it-yourself-mitmach-Deinking-Party</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/83-Die-Do-it-yourself-mitmach-Deinking-Party.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
    <content:encoded>
    In Staaten wie dem unseren ist es selbstverständlich, dass öffentliche Organe aus dem Steuergeld der Bürger die Infrastruktur bereitstellen und betreiben. Das funktioniert eigentlich in allen Bereichen der Infrastruktur recht gut. Es gibt aber eine Ausnahme: In einem einzigen Bereich wird erwartet, dass jeder einzelne Mensch selbst Hand anlegt, etwas „beiträgt“, „Verantwortung übernimmt“ und sich selbst den Kopf über die Einzelheiten zerbricht, obwohl die betreffenden Aufgaben ganz genau wie in allen anderen Bereichen der öffentlichen Infrastruktur zentral erledigt werden könnten, und wahrscheinlich noch viel besser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist es aber nicht etwa so, dass die sich selbst bestätigenden Bürger sich auf diese Weise Abgaben ersparen würden: Nein, sie legen einerseits enorme Summen ab und haben andererseits die Arbeit zusätzlich! Und die meisten finden das auch noch ganz super.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um Umweltschutz und Mülltrennung. Wobei die meisten Leser jetzt wahrscheinlich den Kopf schütteln und sagen: Aber was, so schlimm ist das nicht. Für die Nachhaltigkeit der Lebenswelt unserer Kinder werfe ich doch gern das Papier woanders hinein als die Wursthaut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ja auch nicht der komplizierte Teil. Der beginnt etwa dort, wo einer den Ehrgeiz hat, es &lt;i&gt;ganz&lt;/i&gt; richtig zu machen. Also wenn er zum Beispiel wegen des Rests eines abgelaufenen Medikaments wochenlang immer wieder eine „Problemstoffsammelstelle“ aufsucht, nur um festzustellen, dass die homöopathischen Öffnungszeiten sich wieder einmal zuungunsten der Kundschaft verändert haben. Mancherorts mahnt (besser: spottet) dann auch noch ein Kindergesicht auf einem städtischen Plakat, man solle ja nicht auf die Idee kommen, den Problemstoff vor der Tür zu deponieren. Und für die Installation einer Einwurfkiste reicht der politische Wille sowieso nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das ist noch lächerlich, denn es geht viel drastischer, nämlich wenn man auf dem Land lebt, wo die Gemeinden von den Entsorgungsgesetzen und den dazugehörigen -betrieben kostenmäßig unter Druck gesetzt werden und jeder einzelne Bürgermeister Himmel und Hölle in Bewegung setzen müsste, um Aufwand und Kosten für die Bürger angemessen zu halten. Da eine kleine Landgemeinde nur unter großem Aufwand nach oben hin etwas erreichen kann, wird im Normalfall jeder Irrsinn eins zu eins an die Bürger weitergegeben – Hand im Hand mit dem „Abfallverband“, dessen Zweck eigentlich eine Rationalisierung der Entsorgung und dadurch ein Vorteil für den Bürger wäre, der sich in der Praxis aber hauptsächlich mit skurril verwirrenden Maßregelungspublikationen bemerkbar macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wien (und ähnlich großen Gemeinden) kommt es kaum zu solchen Auswüchsen, weil die dortige Stadtverwaltung erkannt hat, dass die Leute ihnen etwas pfeifen, wenn man ihnen zuviel aufhalsen will. Das Draufpfeifen ist in der städtischen Anonymität natürlich auch viel leichter möglich. Niemals würde die Wiener Stadtregierung von ihren Bürgern etwa verlangen, jedes Stück Altpapier einzureißen, um zu beurteilen, ob es „durchgefärbt“ oder „nur bedruckt“, also de-inkbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img style=&quot;border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/deinking.jpg&quot; alt=&quot;Viel Spaß beim Deinkinggefitzel! Quelle: Gaul (Abfallverband Laa an der Thaya)&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wien hat man hier die Grenze erkannt: Mache Dinge sind den Menschen, die ja nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen und Zeit für das Zerfitzeln ihrer Postwurfsendungen und Pizzaschachteln haben, einfach nicht zumutbar. Das übernimmt dann eben die Gemeinde und zahlt es aus dem Steuergeld. Da ja nicht einzelne Menschen 10000 durchgeinkte Magazine lesen und andere gar keine, ist das auch eine korrekte Vorgangsweise im Sinne der gerechten Verwendung der Abgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun klagen die Gemeinden, dass sie soviel Restmüll entsorgen müssen. Restmüllentsorgung ist teuer. Aus diesem Grund gibt es bei uns seit einiger Zeit keine öffentliche Abgabemöglichkeit am „Bauhof“ (Mistplatz) mehr. Als das in Kraft trat, deponierten die Mistablieferer ihren Restmüll erwartungsgemäß trotzdem irgendwo auf dem Mistplatz. Weil sie solche Halunken sind und alle verbrecherisch veranlagt? Nein, sondern weil sie die Ensorgung des Restmülls nicht als ihre Aufgabe betrachten. Sie kutschieren ihre Müllsäcke sowie die ihrer nicht autofahrenden Nachbarn ohnehin schon selbst durch die Gemeinde.&lt;br /&gt;
Anstatt hier die Notwendigkeit einer öffentlichen Dienstleistung zu erkennen, reagierte die Gemeinde mit einer drastischen Kürzung ihrer Infrastrukturleistungen: Der Mistplatz war nun nur mehr unter Aufsicht „geschulten Personals“ zu benutzen, und das derart geschulte Personal kommt offenbar so teuer, dass man den Platz nur mehr zwei Stunden in der Woche öffnen konnte. Nun staut es sich vor dem Platz regelmäßig in zwei Richtungen quer durch den Ort. Es muss nämlich dazugesagt werden, dass außer Altglas, wofür es noch einen Doppelcontainer im Ort gibt, und Restmüll, den die Müllabfuhr holt, praktisch alles von den Bürgern selbst abgeliefert werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklich ist, wer noch eine Festbrennstoffheizung hat und sein Altpapier theoretisch (denn es ist ja eigentlich verboten) selbst entsorgen kann. Un da trotz aller Behinderungsaktionen noch immer zuviel Restmüll anfällt, d.h. die lieben Leute sich noch immer viel zu unnachhaltig gebärden, werden regelmäßig die Preise für die Tonnen hochgesetzt. Die Müllabfuhr wurde in den meisten Gemeinden angewiesen, nur mehr Tonnen zu entleeren, deren Deckel geschlossen sind. Ein Überstand ist schon extra zu bezahlen, und zwar mit 3,50 Euro pro auf der Gemeinde zu kaufendem Müllsack – ab 2010 sogar um 25% mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Müllgebühren erhöhen sich um 15-25%, noch krasser ist die Erhöhung der jährlichen „Wasserbereitstellungsgebühr“ um 70% (auf 45 Euro) – bei einer denkbar dürftigen Wasserqualität (fast 30° deutsche Härtegrade), die zu verbessern man keine Anstalten macht. Nur die Gebühren für den gemeindeeigenen Friedhof, die um bis zu 100% angehoben werden, steigen noch drastischer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstredend tendieren die Abfallverbände dazu, immer mehr Abfallarten zu differenzieren und flugs zu „Restmüll“ zu deklarieren. Sollen die blöden Verursacher doch 4,38 Euro (60 Schilling) für die Entsorgung eines Sacks selbstgetrennten nichtdeinkbaren Papiers löhnen! Übrigens zählt seit neuestem ein Papiersackerl aus dem Supermarkt zu den Kartonagen - weil es &quot;Kraftpapier&quot; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zurück zu der Frage, warum einzig die Mülltrennung den einzelnen Bürgern selbst zugemutet wird, während die öffentliche Hand in allen anderen Infrastrukturfragen ihre Pflichten erkennt und auch ausübt. Dazu müssen wir in die frühen 80-erjahre zurückblicken, als Umweltschutz noch ein Randthema weniger Utopisten war. Damals musste, wer initiativ werden wollte, selbst anpacken, denn auf höheren Ebenen fühlte sich niemand dazu berufen. Seit gut zwanzig Jahren hat die Verwaltung die Umweltagenden aber in ihren Zuständigkeitsbereich aufgenommen (dh, hauptsächlich deren Überwachung), nur hat sich unverständlicherweise die Auffassung gehalten, dass die Umweltarbeit, weil sie ja „uns alle was angeht“ (als ob Schulen, Bibliotheken oder die Gerichtsbarkeit uns nicht auch alle was angingen) auch von jedem einzelnen täglich und ständig verrichtet werden muss, und das in einem völlig überzogenem Ausmaß. Das Unterscheiden von „Kraftpapiereinkaufstüten“ und normalen Starkpapiersäcken ist eine zu spezielle Aufgabe, als dass man normale Menschen damit behelligen sollte. Diese denken aber: Ich tu&#039;s ja für meine Kinder – und entlassen somit die öffentliche Verwaltung vorschnell aus der Pflicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich bin ich auch mit meinem Plädoyer gegen die Klimaschutzberichterstattung falsch verstanden worden – ich hab&#039;s ja auch sehr zugespitzt formuliert –, deshalb nochmals in aller Deutlichkeit: Es ist an der Zeit, dass wir, die steuerzahlenden Bürger, unseren diversen Verwaltungsebenen einmal sagen: Liebe Leute, die Kinder-Mitmachparty ist vorüber, und ab jetzt ist Umweltschutz genauso wie die Gesetzespflege oder internationale Handelsbeziehungen eine Sache, die ihr stellvertretend für uns erledigt. Wir tun dazu das, was wir müssen (etwa Glas und Altpapier getrennt sammeln), aber wir wollen nicht mehr mit Deinkingverfahren oder Luftgütefußabdrücken konfrontiert werden. Wir zahlen, und ihr macht das für uns, und jedes Jahr gibts einen Rechenschaftsbericht, und alle paar Jahre seht ihr dann bei der Wahl, wie zufrieden wir mit euch waren. 
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    <pubDate>Sat, 26 Dec 2009 14:02:38 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>Dringende Dekretergänzung</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/82-Dringende-Dekretergaenzung.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    Schon vor über einem Jahr habe ich mir &lt;a href=&quot;http://www.matto.at/blog/archives/55-Was-ich-ab-heute-alles-verbiete.html&quot;&gt;an dieser Stelle&lt;/a&gt; die Funktion des &quot;Königs von allem&quot; angemaßt und dekretiert, der Flut von Karikaturen, in denen die Erdkugel in einer Bratpfanne zu sehen ist, sei ein Ende gesetzt. So weit, so gut. Doch was muss ich im heutigen Kurier entdecken? Dass Pammesberger sich nicht an meinen ausdrücklichen und wohlbegründeten Erlass gehalten hat! Schande über den insubordinanten Kerl!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, als Ergänzung: Auch Karikaturen von Eisbären auf Mini-Eisschollen, mit oder ohne Sonnenschirm, sind nunmehr streng untersagt! Das sage ich euch als einer, der während seiner gesamten Kindheit von Kreativleistungen, in denen der Begriff &quot;Friede&quot; immer per Taube dargestellt wurde, verfolgt worden ist. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 10 Dec 2009 09:43:01 +0100</pubDate>
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    <title>Ein verführerisches Angebot</title>
    <link>http://www.matto.at/blog/archives/81-Ein-verfuehrerisches-Angebot.html</link>
            <category>Alltägliches</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Matto)</author>
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    &lt;img width=&#039;348&#039; height=&#039;284&#039; style=&quot;float: left; border:1px solid black; margin-right:10px;&quot; src=&quot;http://www.matto.at/blog/uploads/playlikelp.jpg&quot; alt=&quot;You can play guitar exactly like Laura Pausini (Werbung bei 911tabs.com)&quot; /&gt;Well, erm, dude, I&#039;m not so sure about that, thanks anyway.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Erinnert mich an den EAV-Text: &lt;i&gt;Ich hab Schwarzeneggers Hirn und von Einstein die Figur&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: 911tabs.com 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri,  4 Dec 2009 12:29:53 +0100</pubDate>
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